Weitere historische Deckenelemente werden restauriert

Blütenfördmige Sterne für Ipser Kirchendecke

Restauratorinnen arbeiten an historischen Deckenelementen in der Kirche in Ipse
+
Nina Piolka (v. l.), Juliane Brand und Helma Konstanze Groll restaurieren die 2020 gefundenen fünf Quadratmeter historischer Deckenelemente.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
    schließen

Seit dem 6. April gibt es wieder eine Baustelle in der Kirche in Ipse: Es werden erneut historische bemalte Deckenelemente restauriert.

Ipse – Juliane Brand, Nina Piolka und Marie Harmsen haben im Sommer 2017 gemeinsam mit Restauratorin Helma Konstanze Groll die historischen Deckenmalereien, die in der Ipser Kirche bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2008 gefunden wurden, restauriert, konserviert und dokumentiert. Vor einigen Wochen waren Juliane Brand und Nina Piolka in Ipse zu Besuch, um sich die historischen Deckenelemente, die im vergangenen Jahr in die Decke integriert wurden, anzuschauen. Bei den Sanierungsarbeiten im vergangenen Jahr wurden weitere fünf Bretter, die etwa fünf Quadratmeter umfassen, mit historischen Malereien gefunden. Restauratorin Helma Konstanze Groll hatte Juliane Brand und Nina Piolka gefragt, ob sie erneut die Deckenelemente restaurieren, sichern und dokumentieren. Mittlerweile sind beide keine Studentinnen mehr, sondern Diplom-Restauratorinnen.

Weitere fünf Quadratmeter für die Ipser Kirchendecke

Sie sind seit Dienstag in Ipse und haben zunächst mit dem Einrichten der Baustelle begonnen. Die historischen Deckenelemente sind bei einem Holzrestaurator, der die Bretter, die Risse und Löcher haben, verleimt. Währenddessen haben Juliane Brand und Nina Piolka unter anderem bereits die Leisten gestrichen, in denen die historischen Deckenelemente befestigt sind. Die Bretter mit den Malereien haben keine Befestigung, weswegen sie in die Leisten geschoben werden. Dort, wo die fünf Quadratmeter Deckenelemente angebracht werden, sind derzeit noch andere Holzbretter als Platzhalter, die dann entfernt werden. Beim Anbringen helfen Juliane Brand und Nina Piolka. Die beiden Restauratorinnen führen auch noch die Muster an den Holzbrettern fort, die die Decke ergänzen, wo die historischen Deckenelemente nicht ausreichend waren. Dazu wird eine Schablonentechnik genutzt. Mit einer Schablone, die das entsprechende Ornament hat, wird das Muster mit Leimfarbe fortgeführt, so wie es auch früher gemacht wurde, erklärt Nina Piolka. Es werden zudem die noch rohen Holzbretter, die die historischen Deckenelemente ergänzen, eingetönt, damit es keine farblichen Unterschiede gibt. In 14 Tagen müssen die Arbeiten abgeschlossen sein, die erneut von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Altmark West gefördert worden sind.

Vielfältige Ornamente auf den Brettern

Die im vergangenen Jahr gefundenen fünf Bretter zeigen ähnliche Ornamente wie die bereits wieder an der Decke angebrachten, die unter anderem Sterne, Löwen, Rosen und Greife zeigen und mit den neuen Brettern unter anderem noch blütenförmige Sterne und Ranken. Helma Konstanze Groll geht davon aus, dass es noch mehr Ornamente gab.

Gestalterische Orientierung gibt die Kirche in Maxdorf

Angeordnet wurden die historischen Deckenmalereien nach einem alten Beispiel aus der Kirche in Maxdorf, wo es eine ähnliche Kirchendecke gab. Nina Piolka erinnert sich, dass ein Ehepaar aus dem Ort den damaligen Zeitungsartikel über die Sanierung in Ipse las, den Ort besuchte und sich die Deckenmalereien anschaute. Wegen der Kirchendecke in Maxdorf „wissen wir, wie es auch mal in Ipse angeordnet gewesen sein könnte“, so Helma Konstanze Groll.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare