Glaswerk hat elf Hektar Fläche gekauft / Kapazitätsverdoppelung „in zwei bis drei Jahren“

Investitionsvolumen: 18 Millionen

Geschäftsführer Josef Bockhorst (rechts) führte die Mitglieder des Wirtschaftsrates der Landes-CDU am Dienstagabend durch die Produktionshalle. Fotos (2): Schmidt

Gardelegen. Das Unternehmen ist noch jung. Und doch hat es schon bewegte Zeiten hinter sich.

In Betrieb genommen im Februar 2010 als AgendaGlas AG, heißt das Glaswerk am Rande von Gardelegen nach zwischenzeitlicher Insolvenz seit wenigen Monaten offiziell „Hindustan National Glas“, kurz HNG. Ein Begriff, so der kaufmännische Geschäftsführer Josef Bockhorst, der hierzulande nicht so geläufig sei. Anders in Indien, wo die neuen Besitzer ansässig sind. Dort sei HNG ein Begriff. Denn der Glas-Gigant habe auf dem Subkontinent einen Marktanteil bei Behälterglas von mehr als 50 Prozent.

Dass die Gebrüder Mukul und Sanjay Somany aus Kalkutta das Glaswerk übernommen haben, sieht Bockhorst sehr positiv. Denn im engeren Auswahlverfahren nach der Insolvenz im Februar seien auch zwei deutsche Firmen gewesen. Die hätten, so mutmaßt der Firmengründer, den Standort Gardelegen wohl eher eher heruntergefahren, um die eigenen Standorte nicht zu gefährden.

Mit HNG sei dies anders. Erst vor wenigen Tagen hätten die neuen Investoren eine elf Hektar große Fläche gleich neben dem jetzigen Standort von der Stadt gekauft, nachdem man sich zuvor mit der Kommune über den Kaufpreis einig geworden war (wir berichteten). Dort soll eine weitere Lagerhalle mit einer zweiten Schmelzwanne gebaut werden. „In etwa zwei bis drei Jahren“, so Bockhorst am Dienstagabend während eines Besuchs des Wirtschaftsrates der Landes-CDU, plane man eine Verdoppelung der jetzigen Kapazität. Das geplante Investitionsvolumen betrage etwa 18 Millionen Euro.

Aktuell arbeiten 150 Beschäftigte im Gardelegener Glaswerk. Produziert werden 750 000 bis 900 000 Flaschen pro Tag. Dafür benötige man nach Angaben von Bockhorst rund 300 Tonnen Rohstoff pro Tag. Genau deshalb habe man sich auch für den Standort Gardelegen entschieden: Quarzsand beziehe man vorwiegend aus dem Raum Weferlingen. Und Soda komme aus Staßfurt.

Probleme bereitet dem Glaswerk die Situation auf dem Energiemarkt. Sieben bis acht Millionen Euro gebe man pro Jahr allein für Strom und Gas aus – Tendenz eher steigend, weil die Preise wohl kaum sinken werden. „Das Thema Energiekosten bereitet uns große Probleme“, so Bockhorst.

Von Stefan Schmidt

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