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Thomas Philipps-Markt in Gardelegen: „Keine Auswirkung“ auf Handel

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Von: Ina Tschakyrow

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leerstehendes Gebäude
In diesem Gebäude, wo vor einigen Jahren noch der Rewe-Markt war, soll nun ein Thomas Philipps-Markt entstehen. © Ina Tschakyrow

Damit im ehemaligen Rewe-Standort in Gardelegen ein Thomas Philipps-Markt einziehen kann, muss der Bebauungsplan geändert werden.

Gardelegen – Im ehemaligen Rewe-Standort an der Straße der Opfer des Faschismus soll ein Thomas Philipps-Markt einziehen. Dazu muss allerdings der Bebauungsplan geändert werden, wie am Montagabend Stadtplanerin Christina Kuczyk und Architekt Sandi Morese, die mit dem Projekt von „Thomas Philipps“ beauftragt wurden, den Mitgliedern des Bauausschusses erklärten.

Mit der geplanten Änderung soll ermöglicht werden, dass der Standort für eine Anschlussnutzung durch den Multisortimenter „Thomas Philipps“ nutzbar wird.

Sandi Morese versicherte, dass das „Gebäude an sich nicht verändert wird“. Die Änderungen betreffen die Festsetzungen zu dem Verkaufsflächenanteil von zentren- und nahversorgungsrelevanten Randsortimenten. Das hat Auswirkungen auf den Handel in der Stadt. Denn es geht dabei sowohl um die Nähe zur Innenstadt und deren Händlern sowie umliegenden Märkten und um das Sortiment, das diese anbieten.

Um diese Auswirkungen herauszustellen, wurde im Auftrag von „Thomas Philipps“ eine Analyse von der GMA (Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH) erstellt. Diese ergab, dass „Thomas Philipps“ aktuell bei 18 Prozent zentrenrelevanten und 18 Prozent nahversorgungsrelevanten Sortimenten liegt, erklärte Sandi Morese. Das sind insgesamt 36 Prozent, wodurch eine Überschreitung von 26 Prozent entsteht. Denn im Bebauungsplan steht, dass „die Handelsnutzung mit branchenüblichen zentrenrelevanten oder nahversorgungsrelevanten Randsortimenten nicht mehr als höchstens 10 Prozent der Verkaufsfläche jedes Betriebes betragen darf“. Die 26 Prozent Überschreitung hätten aber „keine Auswirkung“ auf den restlichen Handel, versicherte Sandi Morese.

Verkaufsfläche im Außenbereich

Weiterhin soll der Bebauungsplan geändert werden, um eine größere Verkaufsfläche im Außenbereich zu ermöglichen. Im Bebauungsplan steht, dass Nebenanlagen auf den nicht überbaubaren Grundstücksflächen mit Ausnahme von Einkaufswagenunterständen unzulässig sind. Das bedeutet also, dass eine Außenverkaufsfläche laut dem derzeitigen Bebauungsplan ausgeschlossen ist. Für den Thomas Philipps-Markt wird aber eine Außenverkaufsfläche vor dem Gebäude in der direkten Nähe des Eingangs von 200 Quadratmeter benötigt, sagte Sandi Morese. Deswegen soll, erklärte anschließend Christina Kuczyk, die Planzeichnung im Bebauungsplan so verschoben werden, dass der Außenbereich miteinbezogen werden kann.

Ob die Änderungen im Bebauungsplan auch für andere Standorte gelten, wollte anschließend Fabian Prochorowsky wissen. Das verneinte Bauamtsleiter Ottmar Wiesel. Auf Nachfrage von Andreas Höppner gab Sandi Morese an, dass es auch mit dem nahe gelegenen Repo-Markt bezüglich der Wettbewerbsbeziehung keine Probleme gebe. Eine Änderung der Verkehrsführung auf dem Gelände sei „nicht erforderlich“, beantwortete der Architekt eine weitere Frage, die Norbert Tendler stellte.

Der Eigentümer des Gebäudes hat bereits Aufräumarbeiten vorgenommen, informierte Sandi Morese. Beschädigungen und Schmierereien durch Vandalismus wurden beseitigt.

Die Mitglieder des Bauausschusses nahmen die Beschlussvorlage einstimmig an. Der Stadtrat entscheidet darüber in seiner Sitzung am 12. September.

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