50 Stimmzettel als Untergrenze

In Gardelegen müssen Wahlhelfer am Sonntagabend möglicherweise „umziehen“

Stimmenabgabe in einem Wahllokal
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In Gardelegen gibt es , wie hier in Seethen, 38 Wahllokale.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Im Gardelegener Stadtgebiet gibt es zur Bundestagswahl 38 Wahllokale. Unklar ist aber, ob auch überall ausgezählt werden darf.

Gardelegen – Normalerweise läuft ein Wahlabend folgendermaßen ab: Um Punkt 18 Uhr wird die Wahlurne verschlossen, niemand darf dann noch seine Stimme abgeben. Kurz danach werden Tische zusammengestellt, die Wahlurne ausgeschüttet und die Stimmzettel im Wahllokal ausgezählt. So wird es auch am Sonntagabend sein, wenn die Bundestagswahl auch im Gardelegener Stadtgebiet abgehalten wird. Es gibt 38 Wahllokale.

Mehr als 3000 Briefwähler

Anonymität muss gewahrt bleiben

Aber es könnte sein, dass nicht in allen Wahllokalen tatsächlich ausgezählt wird. Denn laut Wahlgesetz müssen in einem Wahllokal mindestens 50 Personen ihre Stimme abgegeben haben. Auf diese Zahl ist bislang jedes Wahllokal innerhalb der Einheitsgemeinde Gardelegen – und sei es noch so klein – gekommen. „Aber bei dieser Wahl“ so erläutert Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher, „haben wir einen so hohen Anteil an Briefwählern wie nie zuvor“. Nach Aussage von Heidi Wiechmann, die im städtischen Ordnungsamt für die Wahl zuständig ist, gibt es mittlerweile mehr als 3 000 Briefwähler – das ist etwa jeder sechste registrierte Wähler. Diese Briefwähler gehen am Wahlsonntag nicht in die Wahlkabine und fallen somit aus der Statistik der klassischen zettelfaltenden Wähler vor Ort aus. Und das könnte für kleinere Wahllokale wie in Sachau, Sichau, Schenkenhorst oder Peckfitz bedeuten, dass am Wahlsonntag selbst weniger als 50 Personen ihre Stimme abgeben könnten. Mit der Folge das dann vor Ort – weil die Anonymität bei so wenigen Stimmzetteln nicht mehr gegeben wäre – nicht ausgezählt werden darf. Dann müssten sich die betroffenen Wahlhelfer mitsamt der noch nicht ausgeschütteten Wahl in ein Nachbardorf begeben, um dort gemeinsam die Stimmen auszuzählen.

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