Verkehrsminister Thomas Webel besichtigte geförderte Objekte

Ideen für Brauerei und Bahnhof in Gardelegen

Das Gelände der ehemaligen Garley-Brauerei wurde von Thomas Webel (2.v.l.) gestern besichtigt.
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Das Gelände der ehemaligen Garley-Brauerei wurde von Thomas Webel (2.v.l.) gestern besichtigt.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Gardelegen – Das Bahnhofsgebäude in Gardelegen steht seit einigen Jahren leer. Es verfällt immer mehr. Nun gibt es neue Ideen. Ein Pendlerparkplatz könnte laut Mandy Zepig entstehen. Eine Wartehalle oder öffentliche Toiletten stellt sich zudem Rüdiger Malter vor.

Der Geschäftsführer des Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) informierte gestern über die Möglichkeiten.

Der Bahnhof war nach dem Besuch im Rathaus der Startpunkt für eine Tour durch Gardelegen des Landes-Verkehrsministers Thomas Webel, der sich über die Stadtentwicklung informierte. Laut ihm sehe es wegen der beantragten 1,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „Stadtumbau Ost“ für den denkmalgeschützten Bahnhof gut aus. „Das Geld könnte in Jahresscheiben fließen“.

Zudem gibt es weitere Förderprogramme der NASA, die dafür genutzt werden können, erklärte Rüdiger Malter. Zum Beispiel das Schnittstellenprogramm, das bereits in den 1990er Jahren für die Gestaltung des Bahnhofsvorgeländes verwendet wurde. Möglich ist auch das Revita- oder Elektroladeprogramm, bei dem Ladestationen für E-Autos unterstützt werden. Benötigt wird dafür aber jemand, der die Ideen umsetzt. Die Sanierung sollte dann laut Thomas Poege, Geschäftsführer der Sachsen-anhaltinischen Landesentwicklungsgegesellschaft (SALEG) in Teilschritten erfolgen. Es sei wichtig, dass die Sanierung beginnt, sodass es nach und nach immer mehr Geschäfte in das Bahnhofsgebäude zieht.

Ideen zur Sanierung gibt es auch für das Gelände der ehemaligen Garley-Brauerei in der Innenstadt. Dort ging die Tour weiter. Marc Anton Hiller, der den Eigentümer des Geländes, Ulf Steinforth vom Sudenburger Brauhaus in Magdeburg, vertrat, führte die Anwesenden über das Gelände. Laut ihm sei eine Brauerei in der Größenordnung, wie es sie hier einst gab, nicht mehr möglich. Das liegt daran, dass „die Absätze fehlen“ und der technische Aufwand zu groß wäre, so der Braumeister, der im Sudenburger Brauhaus tätig ist, weiter.

Es gebe laut Thomas Webel für das 6000 Quadratmeter umfassende Areal „viele Möglichkeiten“. Denkbar wären Wohnungen oder Gewerberäume. Ein Einkaufsmarkt, was sich die Stadt vorstellen könnte, sei schwer umsetzbar, weil dann „alles weggerissen werden müsste“, was aber nicht möglich ist, weil das Gelände teilweise unter Denkmalschutz steht. Deswegen wird nun ein Konzept für ein „Garley Carée“ erstellt, wie es bei der Fortschreibung des Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) vorgeschlagen wurde, so Mandy Zepig.

Insgesamt wurden laut ihr in den vergangenen Jahren 37 Millionen, davon zehn Millionen Eigenmittel der Stadt, in Nikolaikirche, Wallanlage, Großes Hospital und viele andere Gebäude investiert. „Die Städtebauförderung ist auch in Zukunft wichtig“, so die Bürgermeisterin und nannte als Beispiel das ehemalige Gelände der Garley-Brauerei in der Innenstadt. Das sei ein Grund, warum die Städtebauförderung „noch erhalten bleiben muss“.

VON INA TSCHAKYROW

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