Baumann und Clausen strapazierten die Lachmuskeln der Besucher im Schützenhaus

„Ich liebe Hackbraten!“

Um sich selber zu finden, gibt Petrus ihnen Marionetten. Und Seltsames passiert: Baumann, der Clausens Marionette hält, tickt plötzlich aus und verteilt Gemeinheiten an seinen Kollegen.

Gardelegen. Wer kennt die Situation nicht: Im SAW-(Radio)-Land werden die Weltempfänger auf dem Weg zur Arbeit im Auto oder pünktlich zur Frühstückspause für einige Minuten lauter gedreht und jede Störung mit einem unwirschen „Pssst!“ gemaßregelt.

Dann ist alles klar: Baumann und Clausen sind auf Sendung. Und ihre zahlreichen Fans lassen sich keine Folge der Radio-Comedy-Serie, die seit August 1994 ausgestrahlt wird, entgehen.

Am Freitagabend gastierten Jens Lehrich alias Hans Werner Baumann und Frank Bremser alias Oberamtsrat Alfred Clausen im Gardeleger Schützenhaus. Die Karten waren ausverkauft und die Erwartungen an das Programm, das unter dem Namen „Im Himmel ist der Teufel los!“ stand, groß. In der zweistündigen Show gaben die beiden ihr Bestes und das Publikum war vor Begeisterung nicht zu halten. Schon die Eingangsszene, in der Alfred Clausen für seinen kippeligen Schreibtisch einen Aktenordner ranschaffen lässt, der prima unter das zu kurze Tischbein passt, wärmte die Lachmuskeln der Fans auf. Als dann die bekannten Telefonate mit „Hasi“ folgten, gabs kein Halten mehr – schon gar nicht, als Clausen Baumann erklärte, wie er mit seiner Ella umgeht. Ein großer Schock für die beiden, als die Durchsage „In einer halben Stunde geht die Welt unter“ erfolgt. Nun stellen sie sich plötzlich eine wichtige Frage: Was hätten wir lieber anders gemacht? Und die zwei haben sehr unterschiedliche Antworten: Der eine möchte gerne noch mal mit seinem „Hasi“ telefonieren. Der andere ist besorgt, ob denn auch wirklich alle Akten beim Weltuntergang vernichtet werden. Plötzlich kommt Alfred Clausen eine Idee: Was, wenn das alles gar nicht stimmt? „Hans-Werner, wie oft habe ich schon angekündigt, einen Bauantrag zu genehmigen? Und, habe ich es gemacht? Nein! Katze Diethelm!“ „Carpe diem – lebe den Tag“, verbesserte ihn Baumann. Und so finden die beiden Beamten wieder eine gemeinsame Linie, den Schock zu bewältigen.

Nach einer kleinen Pause, in der sich die Zuschauer mit Sekt, Wein, Bier oder nichtalkoholischen Getränken versorgen konnten, erschienen Baumann und Clausen ganz in Weiß als Engel im Himmel und bekamen eine Wartemarke für ein Gespräch mit Petrus. Als ihnen die Wartezeit zu lang wird, fragt Baumann seinen Kollegen leidend: „Musstest du schon mal irgendwo warten?“ Da brauchte Clausen nicht lange zu überlegen: „Ja, auf Feierabend!“ Schlussendlich bekommen die Beamten von Petrus ihren Platz zugewiesen: Es ist ihr altes Büro im Rathaus! Und auf die entsetzte Frage der beiden, ob das der Himmel sei, spricht Petrus die Schlussworte: „So wisset, ihr hattet schon damals den Himmel auf Erden!“

Nicht enden wollender Beifall veranlassten Jens Lehrich und Frank Bremser zu einer musikalischen Zugabe, bei dem das Publikum begeistert mitsingt: „Ich liebe Hackbraten“.

Von Andrea Wölkert

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