Besuch beim Landtagsabgeordneten Andreas Höppner (Die Linke)

„Ich bleibe Gewerkschafter“

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Andreas Höppner will auch als Abgeordneter Gewerkschafter bleiben. Höppner war bis zur Schließung Betriebsratschef bei Fricopan in Immekath.

Kloster Neuendorf/Magdeburg. „Ich bleibe Gewerkschafter. Die Mütze setze ich nicht ab“, quillt es wie selbstverständlich aus Andreas Höppner heraus. Wie passend, dass er in seinem Landtagsbüro noch eine Betriebsrat-Mütze hat.  

Nach den ersten aufregenden Monaten läuft im Landtag nun das „Alltagsgeschäft“. Zehn Abgeordnete vertreten die Altmark im Parlament. Welche Themen haben sie sich in der neuen Legislaturperiode vorgenommen? In welchen Gremien wirken sie mit? Was wollen Sie für die Altmärker erreichen? Die Altmark-Zeitung stattete „unseren“ Abgeordneten einen Besuch in deren Landtagsbüro ab.

Sich in die neue Rolle eines Abgeordneten hinein und in dem großen Gebäude zurecht zu finden, fiel dem Kloster Neuendorfer nicht schwer. Das Parlament habe er durch seine Funktion als stellvertretender Landesvorsitzender der Linken schon vorher von innen gekannt. Auch Erfahrung in der politischen Arbeit brachte er mit.

Dennoch war sein Start ins parlamentarische Leben alles andere als Routine. „Der Übergang war knallhart“, sagt der bisherige Fricopan-Betriebsratschef. Die Schließung der Firma in Immekath traf auch ihn wie ein Blitz aus heiterem Himmel. So reihte er sich nicht nur in die Reihen der Mitarbeiter, die dagegen protestierten, ein, sondern nahm auch im Landtag zu diesem Thema kein Blatt vor den Mund. Dass er dem Fricopan-Mutterkonzern Subventionsbetrug vorwarf, brachte ihm eine Unterlassungsklage ein. Höppner konterte mit einer Strafanzeige. Immerhin sei wenigstens ein guter Sozialplan erreicht worden.

Nicht nur in dieser Auseinandersetzung haben sich die Kontrahenten nichts geschenkt. Auch im Parlament sei der Ton „unwahrscheinlich rau“ geworden. Der Einzug einer Rechtsaußen-Partei habe den Stil der Debatte verändert, meint der Abgeordnete. Berührungsängste mit den Regierungsparteien hat der Parlaments-Neuling nicht. „Ich spreche mit allen, außer den AfD-Leuten“, sagt er.

Der Landespolitik-Profi-Anfänger ist ein Multifunktionär. Neben der parlamentarischen Arbeit unter anderem in den Ausschüssen für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung, sowie Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, sei er auch als stellvertretender Parteichef viel im Land unterwegs. Außerdem ist er im Salzwedeler Kreistag, im Gardelegener Stadtrat und als Ortsbürgermeister von Kloster Neuendorf engagiert. Der Kontakt zur kommunalen Basis sei ihm wichtig.

„Die Woche hat nicht nur sieben Tage“, beschreibt Höppner seine zeitliche Belastung. Zumindest den Sonntag versuche er frei zu halten und der Familie zu widmen. Vielleicht ist aber auch politisches Kalkül? Die Einschränkung der Sonntagsarbeit hat sich die Linke als Thema auf die Fahnen geschrieben.

Von Christian Wohlt

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