Vierbeiner mit Kette hält Tierheim-Mitarbeiter und Feuerwehr in Atem

Hundejagd mit glücklichem Ende

Erschöpft, aber in Sicherheit: „Prinz“ haben die Mitarbeiter des Gardelegener Tierheims diesen mit einer Kette versehenen Hund getauft, der mehrere Tage lang in der Gegend umherirrte und angstaggressiv war. 
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Erschöpft, aber in Sicherheit: „Prinz“ haben die Mitarbeiter des Gardelegener Tierheims diesen mit einer Kette versehenen Hund getauft, der mehrere Tage lang in der Gegend umherirrte und angstaggressiv war.

Gardelegen – Ein fünftägiges Hundedrama hat am Sonnabendvormittag ein glückliches Ende gefunden. Das berichtet Gisela Kürten vom Gardelegener Tierheim.

Am vergangenen Montagvormittag wurde sie informiert, dass in einem Wäldchen in Richtung Lüffingen ein Hund frei herumlaufen würde. Er hatte eine Kette um den Hals. Gisela Kürten fuhr sofort los und entdeckte den Vierbeiner, der „sehr verängstigt und angstaggressiv“ gewesen sei. „Näher als zwei Meter konnte ich nicht an ihn herankommen. Er fletschte die Zähne und machte unmissverständlich klar, dass er zubeißen würde, sollte ich ihm zu nahe kommen.“

Kurz danach richteten die Tierschützer einen Futterplatz in der Nähe des Aufenthaltsortes ein, den der Hund jedoch nicht annahm. „Wir hatten große Sorge“, so berichtet Gisela Kürten, „dass der arme Kerl entweder überfahren wird oder mit der Kette irgendwo im Gebüsch hängen bleibt und nicht mehr loskommt.“

Am Sonnabend dann eine neue Spur: Der Hund hielt sich auf dem Gelände einer Baufirma im Gardelegener Gewerbegebiet auf. Diesmal gelang es, einen mit einem Betäubungsmittel präparierten Futternapf so zu platzieren, dass der Hund, der offensichtlich sehr hungrig war, ihn annahm. Nach einigen Minuten wurde er schläfrig und legte sich hin. „Aber als wir uns vorsichtig näherten, flüchtete er doch wieder“, berichtet Gisela Kürten. „Er war zwar etwas wackelig auf den Beinen, aber er konnte noch laufen und bedrohte uns immer wieder, wenn wir näher kamen.“ Auch Ordnungsamts-Mitarbeiter Florian Kauer war vor Ort, „aber es war schnell klar“, so die Tierheim-Mitarbeiterin, „dass wir auch zu dritt nichts ausrichten konnten“.

Also rückte die Gardelegener Feuerwehr an. Mit zehn Einsatzkräften konnten sie den Hund im Bereich zwischen Holzweg und Tierfriedhof einkreisen und den mittlerweile sichtlich erschöpften Hund einfangen. „Einer der Männer näherte sich ganz langsam und konnte schließlich ein Netz über den Hund werfen. Nun konnten wir die Kette fassen und den Hund ins Auto bringen“, schildert Gisela Kürten die Szene.

Im Tierheim angekommen, „zeigte er sich zunächst immer noch aggressiv“. Aber mit guten Zureden „und vielen Leckerchen“ hätten die Tierheim-Mitarbeiter allmählich sein Vertrauen gewinnen können. „Mittlerweile hat er sich zu einem ganz lieben, verschmusten Kerl entwickelt“, berichtet Gisela Kürten abschließend. Ihr Dank richtet sich vor allem an die Feuerwehrleute: „Ihr habt eine ganz tollen Job gemacht.“ Wer den Hund vermisst, kann sich unter (0 39 07) 7 51 05 im Tierheim melden. VON STEFAN SCHMIDT

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