Gardelegener Johanniterhaus „Rieseberg“ hat für drei Wochen Hühner von Elias Spalik gemietet

„Hühnerstall ist neuer Treffpunkt“

Die Hühner Schörly, Berta, Hannelore und Lisa werden von Gerda Faßauer gefüttert. Die Tiere haben laut Corinna Swolana (rechts) einen positiven Effekt auf die Bewohner.

Gardelegen / Schwiesau. Schörly, Berta, Hannelore und Lisa rennen auf den Zaun zu, an dem Ilse Tiedge und Gerda Faßauer stehen. In ihren Händen haben die Bewohner des Johanniterhauses „Rieseberg“ Futter für die vier Hühner, die begierig die Salatblätter aufpicken.

Die beiden Seniorinnen hatten auch mal Hühner, die Tiere von Gerda Faßauer „waren sehr zahm“. So sind die Hühner auch auf ihre Schulter gesprungen, erzählt sie.

Solche Geschichten hört Ergotherapeutin Corinna Swolana seit einer Woche. Denn seitdem stehen die vier Hühner in ihrem Gehege auf dem Hof des Gardelegener Johanniterhauses „Rieseberg“ und „sind das Gesprächsthema“. Viele der Bewohner hatten Hühner, erklärt Corinna Swolana, „deswegen kann jeder irgendetwas dazu erzählen“. So entstehe ein „anderer Zugang zu den Bewohnern“. Das sei auch ein Grund gewesen, Schörly, Berta, Hannelore sowie Lisa für drei Wochen zu mieten. Und zwar von dem Schüler Elias Spalik aus Schwiesau. Seit dem Frühjahr können bei „Huhn to Go“ die Tiere von Einrichtungen oder Familien gemietet werden. Auf die Idee kam der 17-Jährige, weil er durch seinen Opa „schon immer mit Hühnern zu tun hatte“. Also hat er überlegt, was man mit den Tieren noch machen könnte, was „die Menschen anspricht“. Dann habe er im Radio von solch einer Vermietung gehört „und hier ist das eine Marktlücke“. Also gründete er „Huhn to Go“. Dass die Hühner-Vermietung, die auch eine therapeutische Wirkung hat, so gut ankommt, „hätte ich nicht gedacht“, so Elias Spalik. Denn nach dem ersten großen und momentanen Auftrag für das Johanniterhaus „Rieseberg“ kamen weitere Anfragen.

Aufmerksam wurde Corinna Swolana auf die Hühner-Vermietung, weil von Elias Spalik eine Anfrage per E-Mail kam. „Das fand ich interessant und war neugierig, was das ist und wie das wird“, erzählt die Ergotherapeutin. Dann wurde auch schon ein Termin ausgemacht, bei dem der Stall sowie das Gehege aufgebaut wurden. Zudem gab es eine kurze Einweisung mit wichtigen Tipps. Und so werden die Hühner nun von den Bewohnern gefüttert – unter anderem mit zuvor selbst angebautem Grünkohl –, oder auch nur beobachtet. Dabei wurden schon verschiedene Charaktere festgestellt. Lisa sei laut Corinna Swolana „etwas frech“ und Berta hingegen „eher ruhig“. Mit den Hühnern, die unter anderem schon von Kindern der Kita „Arche Noah“ besucht wurden, erzählen die Bewohner auch, so die Ergotherapeutin weiter. Es wird sich aber nicht nur mit den Hühnern beschäftigt, wofür sogar Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen wurden, sondern auch mit deren gelegten Eiern. Mit diesen wurden bereits Pflaumen- sowie Apfelkuchen gebacken und gegessen.

Mit Schörly, Berta, Hannelore und Lisa sei schon jetzt viel Positives erreicht worden. „Das kommt bei den Senioren sehr gut an.“ Und zwar so gut, dass „der Treffpunkt der Bewohner nun der Hühnerstall ist“, schmunzelt sie. So ein Hühnerstall sei eben „mal was Anderes“.

Von Ina Tschakyrow

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