Persönlicher Kontakt stark eingeschränkt

Hospizdienst in Corona-Zeiten: „Es braucht jetzt andere Formen“

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Kathleen Tanger und Thomas Rehbein vom Ambulanten Hospizdienst in Gardelegen müssen derzeit auf viele direkte persönliche Kontakte verzichten.

Gardelegen – Persönliche Gespräche, Besuche, dazu auch mal eine tröstende Umarmung – der Ambulante Hospizdienst in Gardelegen ist auf Nähe angewiesen. Nähe, die es während der Corona-Krise so nicht geben kann.

„Durch die Kontaktbeschränkungen sind wir wenig vor Ort“, erklärt dazu Koordinator Thomas Rehbein, der gemeinsam mit Kathleen Tanger die neuen Räume an der Ernst-Thälmann-Straße 17 in der Gardelegener Fußgängerzone bezogen hat.

Seit Mitte März, als die Beschränkungen um sich griffen, habe sich „vieles verändert“, erklären beide. „Was vor Wochen undenkbar war, ist jetzt Realität. “ So seien viele Menschen „von jeder Form der Verabschiedung ausgeschlossen“. Dies betrifft Trauerfeiern ebenso wie den Abschied am Sterbebett.

Das Trauernetzwerk Altmark, das nach Angaben von Thomas Rehbein „aus qualifizierten Trauerbegleitern und -begleiterinnen“ besteht, möchte aber deutlich machen, „dass auch über Telefon manche Entlastung möglich sein kann“. Solche Gespräche „können helfen, etwas loszuwerden oder etwas neu zu sortieren“. Und weiter: „Wo sonst Trauercafé, Kochen, Klettern und Gesprächsrunde als bekannte Angebote angesagt waren, braucht es momentan andere Formen – und sei es im Internet.“ Auf diese Weise könne „eine Idee wachsen für ein kleines Einzelritual. Oder es gibt endlich jemanden, der einfach zuhört.“

Der Ambulante Hospizdienst in Gardelegen ist unter der Telefonnummer (0 39 07) 7 79 60 20 zu erreichen. Thomas Rehbein weist außerdem darauf hin, dass die Gardelegener Marienkirche täglich in der Zeit von 12 bis 13 Uhr geöffnet ist. Dort kann unter anderem eine Kerze angezündet werden.

VON STEFAN SCHMIDT

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