Holland – Gardelegen – Russland

Harry Poppelier (von links), Peter Burger, Annette Reus und Frits van der Zee sind mit ihren Fahrrädern auf dem Weg von Amsterdam nach St. Petersburg. Und übernachteten am Wochenende in Gardelegen. Foto: Schmidt

Gardelegen. Die Quartiersuche war nicht einfach. Wo findet man am Wochenende mitten im Sommer in Gardelegen geeignete Unterkünfte für vier Personen? Am Ende wurde das Quartett in der Burgpension direkt an der Gardelegener Marienkirche fündig. Albert Hösl von der Pension „Schwarzer Reiter“ an der Sandstraße hatte, weil er selbst ausgebucht war, die Radler dorthin geschickt.

Die Radler, das sind vier Lehrer aus den Niederlanden, die sich während ihrer Sommerferien auf große Tour machen. „Wir wollen nach St. Petersburg“, erzählt Frits van der Zee. Er ist gemeinsam mit seinen Kollegen Harry Poppelier, Peter Burger und der einzigen Frau im Tross, nämlich Annette Reus, auf dem Weg gen Osten.

Start war vor gut einer Woche in Amsterdam. In einem Vorort der holländischen Metropole unterrichten die vier Lehrer an ein und derselben Schule. Mit ihren orangenen Trikots, gesponsert von einer holländischen Küchenfirma, waren sie am Wochenende auch in der Altmark unterwegs. Los ging es morgens in Niedersachsen, am Tankumsee unweit von Gifhorn, wo die Fietsers, so heißen Radfahrer auf Holländisch, in Zelten übernachteten. Diese Zelte haben sie sicherheitshalber mit auf dem Gepäckträger, falls sie mal keine Unterkunft finden sollten.

„Eigentlich wollten wir heute bis nach Stendal fahren“, erzählt Annette Reus. Doch einerseits war es den radelnden Holländern irgendwann zu kalt. Andererseits hatten sie sich in Wolfsburg verfahren. „Eine Stunde sind wir dort umher geirrt“, erzählt die Lehrerin.

In den nächsten Wochen geht es über Berlin nach Polen, dort in die Hauptstadt Warschau. Weiter durch Ostpreußen, das Baltikum bis nach Russland. Am Ende sind es rund 3200 Kilometer, die das sportliche Quartett absolvieren wird. Und das binnen sechs Wochen. „80 Kilometer wollen wir täglich in Angriff nehmen“, sagt Frits van der Zee.

Und wie gefällt ihnen die Altmark? „Ein bisschen wenig Wald“, finden sie. In der Lüneburger Heide hätten sie mehr Bäume gesehen. Allerdings radeln die Vier auch auf ziemlich direktem Wege gen Osten, entlang der B 188. Und „Gardelegen ist ein schönes Städtchen“, ergänzt Peter Burger.

Die wochenlange Radtour –übrigens auf Rädern deutschen Fabrikats – erfüllt auch noch einen guten Zweck. Kommen die vier Lehrer tatsächlich in der Zarenstadt an, hat ihnen ihr Sponsor 1000 Euro pro Person versprochen. „Das Geld spenden wir für Kinder in Südafrika und den Philippinen“, verspricht Frits van der Zee.

Von Stefan Schmidt

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