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„Hohes Kollisionsrisiko“

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Schmidt
Joachim Lang: „Mir ist unerklärlich, wie man dieses Gebiet überhaupt ausweisen konnte.“

Wiepke / Schenkenhorst. Windräder zwischen Wiepke und Schenkenhorst sind Unsinn. Auf diesen einfachen Nenner kann man das Gutachten bringen, das Joachim Lang am Montagabend im Gardelegener Bauausschuss vorstellte. Kernaussage: Die geplanten Windräder würden die Artenvielfalt und die Natur vor Ort erheblich gefährden.

Der Rotmilan ist ein so genannter Suchflieger. Soll heißen: Er gleitet durch die Lüfte, späht nach unten, um Beute ausfindig zu machen. Und schaut eher selten nach vorne und auch nicht nach rechts und nach links. Stehen dann Windräder im Weg, kann es zu einem „hohen Kollisionsrisiko“ kommen. Das erläuterte Joachim Lang am Montagabend im Gardelegener Bauausschuss. Lang ist Mitarbeiter einer Planungsgesellschaft aus Hohenberg-Krusemark und hat im Auftrag der Stadt Gardelegen ein Gutachten über die Umwertverträglichkeit möglicher Windräder zwischen Wiepke und Schenkenhorst erstellt. Beide Dörfer gehören seit kurzem zur Stadt Gardelegen, deshalb war die Stadtverwaltung Auftraggeber dieses Gutachtens.

Und das besagt: Windräder sind abzulehnen. Denn nicht nur der Rotmilan ist gefährdet. Auch viele andere Tierarten würden unter der bis zu 180 Meter hoch geplanten Windanlage leiden – von den Menschen mal ganz abgesehen.

Neben diversen Vogelarten sind auch etliche Fledermaus-Arten in ihrem Bestand gefährdet, sollten die Wind-Giganten tatsächlich genehmigt und aufgestellt werden. Doch Joachim Lang hält dagegen: Allein in den knapp zwei Monaten, in denen sein Büro Zeit hatte, das Gutachten zu erstellen – üblich ist ein Zeitraum von bis zu einem Jahr – habe man reichlich Tierarten entdeckt, die entweder brüten oder bei denen Brutverdacht bestehe. Würde man länger suchen, so machte er klar, würde man wohl noch mehr seltene Tierarten finden.

Für den Gutachter ist es unverständlich, dass das Gebiet zwischen Wiepke und Schenkenhorst überhaupt als Windvorranggebiet ausgewiesen wurde und deshalb erst Firmen auf die Idee kommen, dort Windräder aufzustellen. „Es ist mir unerklärlich, wie man dieses Gebiet ausweisen konnte“, wundert sich der Experte. Das müsse offenbar „am Grünen Tisch“ passiert sein.

Für Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends ist nach der Erläuterung des Gutachtens ebenfalls klar: „Es kann keine andere Entscheidung geben, als den Windpark abzulehnen.“

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