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Hohe Preise und leere Regale machen sich im Gardelegener Tierheim bemerkbar

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Von: Lea Weisbach

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Zwei Frauen mit Spenden in Einkaufswägen für Tiere
Unter anderem dank der Wunschbaumaktion des Futterhauses kamen zu Weihnachten viele Spenden für das Gardelegener Tierheim zusammen. © Tierheim Gardelegen

Gestiegene Preise und leere Regale bei Tierfutter: Probleme, vor denen nicht nur Katzen- und Hundebesitzer stehen, sondern auch die Tierheime der Region - auch in Gardelegen.

Gardelegen - Mit Blick auf das vergangene Jahr sind laut dem Statistischen Bundesamt die Preise für Katzen- und Hundefutter im November 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 17,4 Prozent gestiegen. Große Preissprünge zeigen sich deutlich von Februar auf März 2022 (plus 2,5 Prozent) und von März auf April (plus 2,6 Prozent) – kurz nach Beginn des Krieges auf die Ukraine. Rohstoff- und auch Gaspreise erhöhten sich. Dies bleibt auch beim Katzen- und Hundefutter nicht ohne Auswirkungen.

„Insgesamt hat die Spendenbereitschaft nachgelassen“, erklärt Anne Born, Tierheimleitung und Vorsitzende des Tierschutzvereins „Tierheim Gardelegen“, auf Nachfrage der AZ. Einen Grund sehe sie auch in den gestiegenen Preisen. Allerdings habe sie auch das Gefühl, dass die Menschen immer einen Anlass zum Spenden benötigen – seien es Feiertage wie Weihnachten oder ein tragischer Fall im Tierheim, der publik gemacht wurde. Dank der Weihnachtsfeiertage sei das Gardelegener Tierheim, was Futterspenden anbelangt, derzeit gut aufgestellt. Doch auch das Futter ist schnell wieder aufgebraucht, besonders, wenn immer wieder neue Katzen und Hunde in das Tierheim einziehen.

Als sie zum Spenden für das „Krümelhaus“ aufriefen, bekam das Tierheim viele Rückmeldungen und Spenden. „Das war der Wahnsinn“, freut sich Anne Born.

Eigenmarken oft ausverkauft

Doch auch „die Regale sind leer“, fügt Anne Born hinzu. Das „einfache“ Futter gebe es kaum. Die 1,25-Kilogramm-Büchse ist oft ausverkauft, stattdessen gibt es meist nur noch das Markenprodukt, erklärt sie. Zwar zum gleichen Preis, aber mit deutlich weniger Inhalt. „Das macht sich bemerkbar“, erzählt die Tierschutzvereinsvorsitzende.

Was besonders dringend gebracht werde, ändere sich von Tag zu Tag. Derzeit benötige das Gardelegener Tierheim Gastro-Intestinal-Futter für Katzen. Dies ist leicht verdauliches Futter für Tiere mit Verdauungsproblemen und Durchfall. Davon sind in Gardelegen zwei Katzen betroffen. Sonst könne man dem Tierheim aber auch mit Haushaltsartikeln eine Freude machen. Waschpulver, Hygienespüler, WC-Reiniger, Küchenrolle und Ähnliches werden immer benötigt.

Futter-, Sach- und Geldspenden werden immer benötigt

Außerdem sammelt das Tierheim derzeit Geld für die OP-Kosten von zwei Hunden – Schäferhund Bruno und Neuzugang Border-Collie-Schäferhund-Mix Arko –, die die Diagnose Krebs erhalten haben. In diesem Jahr sollen ebenfalls die alten Unterstände abgerissen und neu aufgebaut werden, sodass auch Unterstände für große Hunde und Ausläufe entstehen. Dafür wird jeder Cent benötigt. Auf der neu gestalteten Internetseite des Tierheims finden Interessierte alle Informationen zum Thema Spenden – egal, ob in Form von Sach-, Futter- oder Geldspenden. Telefonisch ist das Tierheim unter (0 39 07) 71 51 05 zu erreichen.

Auch Patenschaften für Hunde und Katzen können übernommen werden. Ebenso sind stets neue Mitglieder willkommen. Interessierte können im Tierheim vorbeikommen, sich ein Bild machen und einen Antrag ausfüllen.

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