MDR-Moderator Axel Bulthaupt zu Gast bei den Freunden der plattdeutschen Sprache

Von Hochtietsupp und Schwarzsuer

Die Freunde der plattdeutschen Sprache hatten sich für den MDR-Dreh am Mittwochabend im Wiesencafé in Breiteiche getroffen.
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Die Freunde der plattdeutschen Sprache hatten sich für den MDR-Dreh am Mittwochabend im Wiesencafé in Breiteiche getroffen.

Mieste/Breiteiche. Das Treffen fand dieses Mal nicht in Mieste, sondern im Breiteicher Wiesencafé statt. Denn es war ein ganz besonderes.

Die Freunde der plattdeutschen Sprache, die sich vor zweieinhalb Jahren auf Initiative des Miesters Wolfgang Witte nach einer Wette mit Gerald König als Interessengemeinschaft zusammenfanden und regelmäßig zum „Platt spräk´n“ treffen, konnten am Mittwochabend MDR-Moderator Axel Bulthaupt in ihrer Mitte begrüßen.

Dieser dreht in diesen Tagen mit seinem Team für die Sendereihe „Sagenhaft“, bei der die verschiedenste Regionen Mitteldeutschlands mittels besonderer Menschen und Aktionen immer sonntags um 20.15 Uhr zur besten Sendezeit vorgestellt werden. Nun wird auch die Altmark über die Bildschirme in die heimischen Wohnzimmer gebracht, allerdings erst im Herbst. Der Sendetermin, so versprach das Redaktionsteam, wird rechtzeitig bekannt gegeben. Nun gilt es erst einmal Material zu sammeln.

Axel Bulthaupt sprach mit Wolfgang Witte und Gerald König noch einmal über die Wette, die zu den plattdeutschen Treffen führte.

Das gab es beim Besuch der Plattdeutsch-Freunde auch reichlich. Gleich zu Beginn erzählte Erika Witte – natürlich up platt – über die Zubereitung der traditionellen Hochtietsupp – die die Altmärker auch schon genossen hatten, als sie auf den MDR warteten und die „us smeckt“ hat. Weiter gings um Hochtieten allgemein, bei der „all Lü mithulpen hem“. Interessante Dinge wurden erzählt, über die alle lachten und mitdebatierten – nur Axel Bulthaupt nicht. Denn dieser schaltete sich kurz auf Hochdeutsch und mit einem charmanten Lächeln in das Gespräch ein: „Darf ich mal was sagen. Ich bin neu hier und versteh kein Wort.“ Nun ja, fast. Denn das es um eine leckere Suppe ging, war ihm schon bewusst. Und nachdem ihm Wolfgang Witte souffliert hatte, wie er eine bestellen könne, tat es dies auch mit „Bring mi mal en Hochtietsupp“ – und ließ sie sich schmecken.

Derweil gabs weitere Gedichte und Geschichten. So „vertellte“ Hans-Joachim Mertens aus Weteritz über eine Storry aus seiner Kindheit, als der Gutsbesitzer dem Melker Stegert einen Puter gab, den dieser eingraben sollte. Dazu war das Tier dem Melker aber zu Schade und er hat es mit der Familie „upfreten“. Allerdings wollte der Gutsherr den Puter nicht entsorgen, sondern in der Erde zum Verzehr reifen lassen. Nun hatte er allerdings das Nachsehen. Da man nicht immerzu über Essen reden wollte, erzählte Fritz Kramer aus Miesterhorst über die Bauern des Drömlings und den ersten elektrischen Weidezaun, den ein Bauer unfreiwillig auf seine Funktionsfähigkeit testete: „Wat meist ihr, wie der Kerl upbrüllte, als sein Strahl mit Strom sich füllt.“ Nach zwei plattdeutschen Gedichten von den Jüngsten, Marie Ackermann und Hannes König, war dann doch noch einmal Essen an der Reihe. Irmgard Mertens erzählte von „Schwarzsuer“, das ihr in der Jugend eine „Sautitt“ auf den Teller brachte. Sie schluckte sie auch, wenn auch nur kurzzeitig, weil ihr Vater ihr beigebracht hatte, dass gegessen wird, was auf den Teller kommt. Am Ende wurde auch noch gemeinsam gesungen. Dieter Beckmann aus Siems begleitete das Altmarklied auf seinem Akkordeon.

Es war eine sehr unterhaltsame Stunde, was es davon in die Sendung schafft, wird der Beitrag zeigen. Am Mittwoch drehte der MDR auch noch auf dem Truppenübungsplatz und war am Donnerstag zu Gast am Arendsee und in Tangermünde.

Von Elke Weisbach

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