Die Kamera immer dabei

Hobbyfotograf Tom Przibilla aus Miesterhorst zeigt seine Fotos bei Instagram

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Tom Przibilla würde gerne das Schloss Neuschwanstein in Bayern fotografieren.

Miesterhorst – Eine Kamera steht auf einem Stativ und macht Fotos vom Gräberfeld auf der Gardelegener Gedenkstätte. Eine andere Kamera hat Tom Przibilla in seiner Hand. Damit hat er abends Fotos von der Isenschnibber Feldscheune aufgenommen.

Etwa fünf Stunden war er auf der Gedenkstätte, bis es plötzlich kurz vor Mitternacht war. „Ich habe gar nicht bemerkt, wie schnell die Zeit vergangen ist“, erinnert sich der Hobbyfotograf, der sich mit etwa 20 Jahren seine erste Kamera kaufte, an den Abend.

Die Zeit vergesse er beim Fotografieren öfter. Bei einer „coolen Location sind fünf Stunden gar nichts“, lacht Tom Przibilla. Dann gebe es viele Stellen, die er ablichten möchte. Aus unterschiedlichen Perspektiven oder bei bestimmtem Licht, zum Beispiel wenn die Sonne untergeht. Oder wenn der Mond aufgeht, wie an dem Abend, den der Miesterhorster auf der Gedenkstätte verbracht hat. Die „strahlt extrem viel Stimmung aus“, sagt Tom Przibilla.

Diese Emotionen möchte er auf seinen Fotos rüberbringen und damit „die Leute fesseln“. Deswegen bearbeitet er viele seiner Fotos nach. Wie zum Beispiel eine Aufnahme aus der Luft von der Feldscheune Isenschnibbe. Die Ruine hat er grau koloriert, die Umgebung farbig gelassen. Damit versucht der Hobbyfotograf, „die Geschichte auf den Fotos rüberzubringen“, die er dann auch seit dem Frühjahr bei Instagram unter tom_przibilla teilt. Bei dem sozialen Netzwerk hat er über 500 Abonnenten. Viele sind nicht aus der Region, kennen die historischen Ereignisse nicht. Die Nutzer bleiben aber seiner Ansicht nach eher an solchen Bildern hängen.

Außerdem gibt es auf seinem Instagram-Account auch Fotos vom Mittellandkanal zu sehen. Porträts, Aufnahmen von Tieren oder Blumen, verlassene Orte wie das Hotel Waldheim in Arendsee, Bilder von der Natur. Er fotografiere alles gerne, sagt der 27-Jährige. „Am liebsten den ganzen Tag“, lacht er. Dafür fehlt dem Verkaufsleiter für die Bedienabteilung eines Einkaufsmarktes aber die Zeit. Er fotografiert nur in seiner Freizeit.

Mit etwa 20 Jahren hat er sich seine erste Kamera gekauft. Eine Zeit lang Fotos gemacht, irgendwann nicht mehr. Es habe ihm keinen Spaß mehr gemacht, weil er mit seiner Kamera nicht so fotografieren konnte, wie er sich die Bilder vorgestellte. Die richtige Ausrüstung habe gefehlt. Objekte sind teuer, eine gute Kamera auch. Bilder von anderen Fotografen haben ihn wieder motiviert, selbst solche Fotos zu machen. Also kaufte sich der Miesterhorster nach und nach seine Ausrüstung zusammen. Irgendwann „war mein Rucksack voll“, lacht er, „und es ging wieder los“.

Um die Geschichte der Gedenkstätte hervorzuheben, ist das Gräberfeld grau dargestellt.

Oftmals an einem Abend in der Woche. Dann geht es zum Fotografieren zur Gedenkstätte, an den Arendsee, demnächst nach Wolfsburg oder wieder in den Harz. Die Altstädte in Salzwedel und Tangermünde möchte er auch fotografieren. Und noch mal nach Flechtingen fahren, um Bilder vom Wasserschloss zu machen. Dort machte er kurz Halt nach einem Ausflug mit seiner Familie in Magdeburg. Den Dom hat der 27-Jährige unter anderem abgelichtet. Auf dem Foto ist auch die Elbe zu sehen. Sie fließt in die eine Richtung, die Wolken am Himmel ziehen in die andere Richtung. „Das sieht cool aus“, erzählt Tom Przibilla begeistert. Ganz oft gibt es solche Momente, „da bleibe ich stehen und mache ein Foto“. Deswegen hat er auch immer seine Kamera dabei.

Diese Aufnahme vom Arendsee ist eines von Tom Przibillas Lieblingsfotos. 

Der Hobbyfotograf kann es oft „gar nicht abwarten, dann die Aufnahmen am Computer in groß anzuschauen“. Um zu sehen, was aus den Fotos geworden ist. Von hunderten Bildern seien meist nur etwa zehn Aufnahmen wirklich gut. „Vieles landet auch in der Tonne.“

Die besonders guten Fotos landen auf dem Computer im Ordner „Beste Bilder“. Darin findet sich zum Beispiel ein Foto vom Arendsee. Die Sonne geht gerade unter. Der Himmel ist orange. Die Wolken spiegeln sich im Wasser. Das ist eines von Tom Przibillas Lieblingsbildern.

Einige von diesen Fotos hängen an Wänden in seinem Zuhause. Dort schaut er sich seine Fotos gerne mit seiner Tochter an. „Die schönsten Reaktionen gibt es von meinen Kindern“, sagt der zweifache Papa. Besonders dann, wenn er seine Kinder fotografiert und ihnen später die Bilder zeigt. Die Reaktionen seien echt. Darüber freue er sich besonders, erzählt Tom Przibilla, der sich schon wieder überlegt, wo es als nächstes zum Fotografieren hingeht.

VON INA TSCHAKYROW

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