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Highlight: ein ungerader 24-Ender

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Sehenswert war bei der Schau die Trophäe eines ungeraden 24-Enders, die Ralf Pieper erläuterte. Dazu gab es auch noch einige Abwurfstangen aus den Vorjahren zu bewundern.

Letzlingen - Von Elke Weisbach. Seit elf Jahren gibt es die Arbeitsgemeinschaft (AG) Rot- und Damwild, deren Mitglieder insgesamt rund 70 000 Hektar Fläche bewirtschaften. Am Sonnabend wurde im Letzlinger Kulturhaus Bilanz über das vergangene Jagdjahr gezogen.

Dazu konnte AG-Leiter Ralf Pieper, der Revierleiter im Betreuungsforstamt Letzlingen ist, zirka 60 Mitglieder begrüßen, die von den Hegegemeinschaften Haldensleben, Gardelegen-Letzlinger Heide, Schernebeck und Deetzer Warthe, vom Landeszentrum Wald, von der Bundesforst-Hauptstelle „Letzlinger Heide“ sowie vom Eigenjagdbereich Rühlmann, vom Forstbetrieb Glase/Gummert und der Eigenjagd Hügel kamen. Schon diese Aufzählung zeigt, dass die AG übergreifend in den drei Landkreisen Salzwedel, Stendal und Börde für die Bewirtschaftung des Rot- und Damwilds nach einheitlichen Maßstäben tätig ist. Und dass sie ihrer Aufgabe gerecht wird, zeigt die Rechenschaftslegung von Pieper, nachdem er und die Letzlinger Jagdhornbläser die Gäste begrüßt hatten.

Er begann mit dem Rotwild, dessen Bestand mit 1 462 Stück bereits im Jagdjahr 2008/09 enorm angewachsen war, was im vergangenen Jahr bestätigt wurde. Denn die Brunftzählung, die am 19. und 20. September 2009 in allen Revieren zur selben Zeit stattfand, um Dopplungen zu vermeiden, ergab 1489 Stück. Und wenn man, rechnete Peiper vor, die Geschlechterverteilung eins zu eins annimmt, was 750 bis 800 Stück weibliches Rotwild mit mindestens einem Kalb ergibt, sieht man schon, wohin sich der Bestand entwickeln könnte. Dem Einhalt zu gebieten, ist eine Aufgabe der AG, die auch im vergangenen Jagdjahr ihren Abschussplan mit 597 Stück übererfüllte. Diese hohe Strecke konnte laut Pieper auch nur erreicht werden, da vermehrt revierübergreifende Jagden auf mehreren tausend Hektar Jagdfläche organisiert wurden, an denen sich in unterschiedlichen Konstellationen die Landes- und Bundesforst sowie die Eigenjagden beteiligten und die durch die AG koordiniert wurden. Das ist der richtige Weg, um die Bejagung effizienter zu gestalten, auch weil das Rotwild die Reviere schnell wechselt. Ideal wären zwei Stück Rotwild auf 100 Hektar Waldfläche. Denn sonst könnte mit der Zeit das Nahrungsangebot knapp und das Damwild, die frühere Hauptart der Colbitz-Letzlinger Heide, vielleicht vertrieben werden. Dessen Bestand hat sich laut Brunftzählung im vergangenen Jahr mit 104 Stück – davor wurden 123 gezählt – etwas verringert, was aber auch daran liegen kann, so Pieper, dass einige Tiere keinem Zähler über den Weg liefen. Es werden wohl einige mehr vorhanden sein. Erlegt wurden im Jagdjahr 2009/´10 62 Stück. Das entspricht 80 Prozent des Abschussplanes, was reiche. Denn, so der Revierleiter, „wir sehen Damwild gern auf der Fläche. Es könnte gern noch mehr sein.“

Um die Jagd, speziell um die Nachsuchepraxis aus Sicht eines Schweißhundeführers, ging es dieses Mal beim Vortrag von Revierjagdmeister Ronald Jahns, der eine private Jagdschule führt. Er machte noch einmal die Wichtigkeit des Nachsuchens deutlich, das ja eine Kontrollsuche ist. Im Idealfall bleibt das Wild im Feuer, sprich es bricht tot zusammen, aber diesen Fall gibt es wenig. Deshalb ist die Nachsuche wichtig, um das Wild nicht leiden zu lassen.

Leiden sollte auch nicht der rund 13-jährige Hirsch, den Clemens Chelvier aus Born mit einem Hegeabschuss erlöste. Denn der ungerade 24-Ender hatte eine schwerwiegende Forkelverletzung, wahrscheinlich durch Revierkämpfe. Seine Trophäe, die am Sonnabend und Sonntag im Kulturhaus bewundert werden konnte, brachte dem Borner eine Goldmedaille und war, wie Pieper sagte, das „absolute Highlight“ der Schau.

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