Dannefelder Pfingstbrauch / Andreas Schröder trug als Maikerl zentnerschwere Last

Heißes Hunnebrösseltreiben

Schöpp Eike Fäsche und Schult Tobias Krone führten den Maikerl während des Heischezuges durch den Ort.
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Schöpp Eike Fäsche und Schult Tobias Krone führten den Maikerl während des Heischezuges durch den Ort.

lüc Dannefeld. Vielerorts gibt es zu Pfingsten Bräuche, die gepflegt werden. Die bekanntesten sind dabei die Pfingstmeier, die auf den Straßen mit frischen, peppigen Sprüchen um Gaben bitten.

In Dannefeld hat sich 1895 der wohl verrückteste Pfingstbrauch in der Altmark durchgesetzt. Und die Hunnebrössel feiern ihn Jahr für Jahr mit viel Leidenschaft.

Dabei soll der Winter vertrieben und der Sommer mit dem Maikerl begrüßt werden, was bei Temperaturen um die 30 Grad auch gut gelang. Eine große Ehre ist es für jeden Dannefelder, einmal Schöpp oder Schult zu sein, was während des Osterfestes festgelegt wird. Schult war einst der Bürgermeister oder Dorfschulze. In diesem Jahr war dies Tobias Krone. Eike Fäsche ist der aktuelle Schöpp, was so viel wie Schöffe bedeutet.

Die Hunnebrössel waren das gesamte Pfingstwochenende unterwegs. Freitag begannen sie mit dem Wegtragen des Maibaums. Anschließend grillten sie gemeinsam. Sonnabend hieß es dann Kreuz wickeln und Ausmarsch zum Grünen holen, ehe dann Sonntag der Höhepunkt folgte. Vormittags wurde durchs Dorf gezogen, wobei der noch geheime Maikerl einen etwa einen Zentner schweren Umhang aus Blumen und Birkenzweigen trug. Der Heischegang sorgte dafür, dass die Kiepen der Hunnebrössel sich mit Eiern, Wurst und Speck füllten und auch finanziell etwas zustande kam.

Am Ende gab es das traditionelle Gruppenfoto. Dann wurde das Geheimnis um den Maikerl gelüftet. Unter dem Blattkleid verbarg sich Andreas Schröder. Er wechselte sein Outfit und trug fortan eine grüne Schärpe.

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