Vom Eichenprozessionsspinner befallene Eichen mit Insektizid bekämpft / Demnächst Absaugung

Heißer Schaum für die Raupen

Nach dem vom Eichenprozessionsspinner befallene Eichen bereits chemisch bekämpft wurden, erfolgt bald das Absaugen sowie die Heißschaumbekämpfung.
+
Nach dem vom Eichenprozessionsspinner befallene Eichen bereits chemisch bekämpft wurden, erfolgt bald das Absaugen sowie die Heißschaumbekämpfung.

Gardelegen – 7677 öffentliche und 275 private Eichen bekamen im Mai Bacillus Thuringiensis zu spüren, das biologisch abbaubare Insektizid, mit dem die Hansestadt Gardelegen das zweite Mal im Frühjahr den Eichenprozessionsspinner bekämpft hat – 344 mehr Bäume als im vergangenen Jahr.

Nun heißt es: Kontrollieren und abwarten, ehe dann abgesaugt werden kann. „Ein weiteres Besprühen ist aufgrund des vorangeschrittenen Larvenstadiums nicht mehr sinnvoll“, informiert Fachdienstleiter Florian Kauer vom Fachbereich Sicherheit und Ordnung. Derzeit laufen die Erfolgskontrollen. „Die Erfolge sind territorial sehr unterschiedlich“, schätzt Florian Kauer ein. Problematisch sehe es in Schenkenhorst, Estedt und im Bereich Dannefeld und Köckte aus. Sehr gute Ergebnisse konnten dagegen bei der Bekämpfung an der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe erzielt werden.

2020 ist aus Sicht von Florian Kauer ein Jahr mit optimalen Bedingungen für die Raupen: „Warm und feucht, das mögen sie. Und das wirkt sich negativ auf die Bekämpfung insgesamt aus. Mit diesem Problem haben auch andere Kommunen zu kämpfen.“

Auch wenn die Wetterbedingungen für die chemische Bekämpfung vor wenigen Wochen stimmten: Es war windstill und der Himmel meist bedeckt. Doch es gibt weitere Aspekte, die zu Einschränkungen beim Besprühen führen: Etwa ein vorgeschriebener Mindestabstand von 25 Metern zu jeder Art von Gewässer. Das macht es an vielen Rad- und Wanderwegen im Drömling nahezu unmöglich, die chemische Bekämpfung einsetzen zu können.

Runde zwei der Bekämpfung für dieses Jahr beginnt im Juli. Dann werden die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners mechanisch abgesaugt, jeder Baum einzeln. „Und leider steht dafür dieses Jahr nicht so viel Fördergeld zur Verfügung wie 2019“, so der Fachdienstleiter. Vom Land gab es dieses Jahr eine Zusage über Fördermittel in Höhe von etwa 64 000 Euro zur Bekämpfung, fast 90 000 Euro weniger als noch 2019. Damit können nur noch rund 1000 Bäume abgesaugt werden. „Abgesaugt werden dann kommunale Bäume innerhalb von Wohn- und Siedlungsgebieten, an öffentlichen Einrichtungen und stark frequentierten Stellen und Orten“, betont Florian Kauer.

Dazu wird die Verwaltung auch die Ortsbürgermeister befragen. Bürger, denen befallene Eichen in den genannten Bereichen auffallen, sollten sich an ihre Ortsbürgermeister wenden. Zurzeit kann noch nicht abgesaugt werden, „weil sich noch nicht alle Raupen in die Gespinstnester zurückgezogen haben, das müssen wir unbedingt abwarten“, so der Fachdienstleiter.

Erstmals wird in diesem Jahr in der Stadt als Pilotprojekt die Heißschaumbekämpfung ausprobiert. Dabei wird auf mit Nestern befallene Bäume 96 Grad heißes, aufgeschäumtes Wasser aufgebracht. Dadurch sollen die Eiweißstrukturen der Raupen zerstört werden, sodass sogar die Brennhaare danach keine Wirkung mehr entfalten sollen. „Wir werden das an 50 Eichen im Bereich des Miesterhorster Bahnhofs zur Buschstraße ausprobieren“, informierte Kauer.

Wer seinen privaten Baum mechanisch absaugen lassen möchte, kann sich unter (0 39 07) 71 61 40 oder per Mail unter ordnungsamt@gardelegen.de melden. Dann kann das in den Tourenplänen beim Absaugen, das sich wie 2019 über mehrere Wochen hinziehen wird, berücksichtigt werden. pm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare