„War starts here“-Camp findet zum vierten Mal statt / Termin: 25. Juli bis 3. August

„Heißer antimilitaristischer Sommer“

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Unter teils massivem Polizeieinsatz hat es in den vergangenen drei Jahren die „Antimilitaristischen Camps“ rund um die Colbitz-Letzlinger Heide gegeben. In diesem Sommer ist das Camp vom 27. Juli bis 3. August geplant.

Letzlingen. Sie kommen wieder. Die Aktivisten des „Antimilitaristischen Camps“ werden auch das vierte Jahr in Folge gegen die Präsenz der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide sowie generell gegen Militär demonstrieren.

Dies tun sie in diesem Sommer vom 27. Juli bis 3. August – also mitten in den Sommerferien. Diesen Termin kündigen die Militärgegner auf ihrer „war starts here“ („Der Krieg beginnt hier“)-Internetseite an. Die Entscheidung für ein erneutes Camp sei „mit großem Enthusiasmus getroffen“ worden.

In den vorausgegangenen drei Jahren zelteten die Militärgegner auf einer Wiese bei Potzehne. Wie viele Camper sich dort aufhielten, konnte nur geschätzt werden. Denn Zutritt haben nur die Camper selbst: Polizei, unerwünschte Gäste und auch die Presse blieben stets außen vor. In den vergangenen Jahren waren es nach Schätzungen der Polizei etwas mehr als 200 Militärgegner, die sich dort aufhielten.

Im Mittelpunkt der Camp-Woche wird wohl wieder der „Aktionstag“ stehen, der am Sonnabend, 1. August, stattfinden soll. Man wolle auch in diesem Jahr wieder „gemeinsam praktisch werden“, kündigen die Initiatoren an. Zuletzt kam es am „Aktionstag“ zu symbolischen „Besetzungen“ des Truppenübungsplatzes.

Im Vorjahr aber auch zur Zerstörung mehrerer Fahrzeuge, darunter das Abfackeln eines Baggers. Und: Im Juni 2014, im Vorfeld des „Antimilitaristischen Camps“, setzten Militärgegner das Freibad in Potzehne – dort hat die Bundeswehr für ihre Soldaten Stunden für den Schwimmunterricht gebucht – mit Abertausenden von Schnipseln außer Gefecht. Und im Jahr zuvor gab es so genannte „Schotterungen“ der Bahngleise zum GÜZ-Bahnhof, also das Unterhöhlen der Gleise. Damit brüsten sich die Militärgegner auf ihrer Internetseite bis heute („mit sehenswerten Fotos“).

Insgesamt kündigen die Militärgegner für Ende Juli / Anfang August auch wieder „Aktionen“ an. „Nutzt die Zeit bis zum Sommer, damit es erneut ein ,heißer antimilitaristischer Sommer‘ werden kann.“

Während des Camps, genauer am „Aktionstag“ selbst, findet auf dem Letzlinger Marktplatz wieder der Sommermarkt statt. Wie schon in den beiden Jahren zuvor geht der Erlös an das Freibad in Potzehne. „Diesen Termin haben wir schon zum Jahresbeginn bei der Stadt angemeldet“, erklärt dazu Letzlingens Ortsbürgermeisterin Regina Lessing. Nebeneffekt dieses Somermarktes: Auf diese Weise kann nicht, wie bei der Premiere des Camps, über Tage hinweg auf dem Marktplatz eine antimilitaristische Demonstration stattfinden.

Von Stefan Schmidt

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