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Heiraten in Gardelegener Nikolaikirche: Kritik von AfD-Mitglied nach Absage von Feier

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Von: Ina Tschakyrow

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Nikolaikirche in Gardelegen
In der Gardelegener Nikolaikirche kann geheiratet werden. Es gibt drei Termine für Brautpaare. © Ina Tschakyrow

In der Gardelegener Nikolaikirche kann nun geheiratet werden. Aber auch jedes Brautpaar? Das wollte AfD-Mitglied Sebastian Koch wissen, nachdem seine private Feier in der Nikolaikirche abgesagt wurde.

Gardelegen / Letzlingen – In der Nikolaikirche können Eheschließungen stattfinden. Das hat der Stadtrat kürzlich im Letzlinger Kulturhaus einstimmig beschlossen.

Sebastian Koch wollte zuvor aber noch wissen, wer entscheidet, welches Ehepaar in der Nikolaikirche heiraten darf. Dazu erklärte Sebastian Koch, dass er im Dezember seine Geburtstagsfeier in der Nikolaikirche veranstalten wollte, was aber abgelehnt wurde. Als Begründung nannte laut Sebastian Koch der Verein für Kultur- und Denkmalpflege – dieser ist Nutzer der Kirche, die sich im Eigentum der Kirchengemeinde befindet – die Parteizugehörigkeit: Sebastian Koch ist Mitglied der AfD. Es könnten, wie er die Aussagen der Vorsitzenden des Vereins wiedergab, weitere AfD-Mitglieder oder Befürworter der Partei teilnehmen. Er verdeutlichte im Stadtrat, dass es eine private Feier ist und keine Veranstaltung der Partei. Dennoch wurde eine Absage erteilt. Das fand das AfD-Mitglied „schade“, da die Kirche ein besonderer Veranstaltungsort sei. Deswegen könnte er sich auch vorstellen, wenn es dazu kommen sollte, dort zu heiraten.

Bürgermeisterin Mandy Schumacher erklärte, dass in Abstimmung mit dem Verein für Kultur- und Denkmalpflege besprochen wurde, dass drei Termine für Eheschließungen vergeben werden. Wenn ein Paar die Trauung in der Nikolaikirche vollziehen lassen möchte, vergibt das Standesamt einen Termin, wenn es noch einen freien gibt. Der Termin werde ohne Ansehen der Personen vergeben, verdeutlichte Mandy Schumacher, also unabhängig beispielsweise von einer Parteizugehörigkeit.

Vor Jahren gab es bereits eine Diskussion darüber, ob städtische Einrichtungen an Parteien vermietet werden sollen. Es wurde

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