Mehrheit bei Online-Befragung spricht sich für Rückkehr in die Altstadt aus – und ist gegen Eintritt

Hansefest Gardelegen: Zurück ins Zentrum?

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Das Gardelegener Hansefest fand im August erstmals sei langem auf dem Wall und dem Rudolf-Harbig-Sportplatz statt – und war nicht immer gut besucht. Die Tendenz geht nun wieder zurück in die Gardelegener Innenstadt.

Gardelegen. In einem sind sich fast alle einig: So, wie es im August war , soll das Gardelegener Hansefest künftig nicht mehr ablaufen. Sowohl was das Programm als auch den Ort angeht.

In einer in den vergangenen Wochen stattgefundenen Online-Umfrage auf der Internetseite der Stadt Gardelegen hat sich die Mehrheit der Mitmachenden für den alten Hansefest-Standort in der Gardelegener Innenstadt ausgesprochen. Im August fand das Fest erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wieder auf dem historischen Wall und dem daneben liegenden Rudolf-Harbig-Sportplatz statt.

Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig erläuterte während der Zusammenkunft des städtischen Sozialausschusses am Dienstagabend gemeinsam mit Verwaltungs-Mitarbeiterin Gabriela Winkelmann die Ergebnisse dieser Umfrage. Demnach hat sich die Mehrheit – etwa 60 Prozent – für die Innenstadt als besten Standort des Festes ausgesprochen. Die Umfragezettel während des Festes, die von den Besuchern im August ausgefüllt werden konnten, sagten allerdings aus, dass sich die dortige Mehrheit für den Wall ausgesprochen hat.

In einem Gespräch mit dem bisherigen Veranstalter des Hansefestes, Alexander Kopke aus Magdeburg, sei laut Mandy Zepig auch eine Art Kompromiss zur Sprache gekommen: Festmeile Innenstadt, aber unter Einbeziehung des Walles am Schützenhaus.

Künftig soll die Hanse wieder mehr Beachtung im Hansefest finden. Dies ist einer der Haupt-Kritikpunkte seit vielen Jahren.

Und: Die regionalen Händler sollen mehr als bisher ins Fest mit integriert werden. Das Verhältnis zwischen dem Veranstalter und Teilen der Innenstadt-Händler und des Gardelegener Gewerbevereins gilt seit langem als belastet. Ein weiteres wichtiges Thema ist der Eintrittspreis von drei Euro pro Tag. Dies bemängeln viele Besucher und wünschen sich laut Internet-Umfrage mehrheitlich freien Eintritt. Dies würde für jeden Veranstalter, erläuterte Mandy Zepig, aber einen Einnahmeverlust bedeuten. Und: „Bei Eintritt weiß der Veranstalter wenigstens, wer sich auf seinem Festgelände befindet“, bringt sie ein weiteres Argument ins Spiel. Falle das Eintrittsgeld weg, könnte die Stadt mit einer Finanzspritze aushelfen. Ob dies gewollt sei, sei Sache der Stadträte, betonte Mandy Zepig. In den vergangenen Jahren hatte die Stadt keinen Cent für das Hansefest beigesteuert.

Ob Alexander Kopke auch künftig Veranstalter des Gardelegener Hansefestes sein wird, steht noch nicht fest. Für 2016 wird er es aber wohl nochmal sein. Denn eine Ausschreibung komme nun, ein Dreivierteljahr vor dem nächsten Hansefest, zu spät, merkte die Bürgermeisterin an.

Für das Jahr 2017 könne es aber, wenn es denn der Gardelegener Stadtrat so will, eine Ausschreibung geben – an der sich selbstverständlich auch der bisherige Veranstalter beteiligen kann.

Von Stefan Schmidt

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