Zwangsversteigerung im Gardelegener Amtsgericht mit vielen Interessierten

Gardelegen: Acht Millionen Euro für das Hanse-Center 

Hanse-Center in Gardelegen
+
Das Areal mit dem Hanse-Center wurde für acht Millionen Euro zwangsversteigert.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
    schließen

Das Hanse-Center wurde am Donnerstag im Gardelegener Amtsgericht für acht Millionen Euro versteigert. Es gab mehrere Interessierten.

Gardelegen – Um 10.33 Uhr wurde am Donnerstag die Zwangsversteigerung im Gardelegener Amtsgericht eröffnet. Eine Dreiviertelstunde später, um 11.16 Uhr, wurden das Grundstück am Buschhorstweg in Gardelegen, auf dem sich das Hanse-Center befindet, sowie eine gegenüberliegende Handels- und Dienstleistungsfläche, auf der unter anderem die Sprint-Tankstelle, Waschanlage sowie ein Werkstatt- und Lagergebäude sind, versteigert.

Für acht Millionen Euro erhielt das Grundstück mit dem Hanse-Center die DEFAMA Deutsche Fachmarkt AG aus Berlin. Eine Privatperson aus Stendal ersteigerte für 810.000 Euro die gegenüberliegende Handels- und Dienstleistungsfläche.

Fehlende Zahlungen

Die Zwangsversteigerung wurde von der Landesbank AG Berlin betrieben und in zwei Verfahren aufgeteilt. Für die Grundstücke gab es mehrere Interessierte, die gestern aus ganz Deutschland kamen. Das Bietverfahren für beide Areale lief gleichzeitig ab, vorgestellt wurde zunächst das Areal gegenüber des Hanse-Centers.

Dieses wurde im Dezember 2019 beschlagnahmt, da seit 2016 Zahlungen nicht getätigt wurden. Der Verkehrswert – dieser wird aus dem Bodenwert und dem Gebäudeertragswert errechnet, der sich unter anderem aus den Mieteinnahmen und den Kosten zur Bewirtschaftung des Gebäudes ergibt – beläuft sich auf etwa eine Million Euro. Eine Vertreterin des Gläubigers, der Landesbank AG Berlin, beantragte ein Gesamtgebot, sodass die Flurstücke nicht einzeln im Bietverfahren angeboten worden sind. Das erste Gebot gab die Privatperson aus Stendal in Höhe von 763.000 Euro ab, was auch das Mindestgebot für die Handels- und Dienstleistungsfläche war. Die Firma Neutecta aus Berlin gab wenige Minuten später ein Angebot in Höhe von 800.000 Euro ab, woraufhin der Stendaler um 10.000 Euro auf 810.000 Euro erhöhte und damit erhielt er nach 30 Minuten – so lange mussten beide Bieterverfahren laut gesetzlicher Vorgaben mindestens dauern – den Zuschlag für das Areal.

Verkaufswert von vier Millionen Euro

Währenddessen wurden die Angebote für die Grundstücke des Hanse-Centers abgegeben. Das Areal umfasst wegen Überbauten mehrere Flurstücke. Die mietbare Fläche umfasst etwa 16.000 Quadratmeter und besteht aus 18 Einheiten. Unter anderem gibt es dort den Kaufland-Markt als Ankermieter, einen Friseur, einen Blumenladen, eine Apotheke und verschiedene Modegeschäfte. Etwa die Hälfte des Objektes steht leer. Einige der Einheiten sind teilweise nicht in einem vermietbaren Zustand. Es müssen Umbauarbeiten vorgenommen werden aufgrund der Inneneinrichtungsgestaltung der Vormieter. Der Verkehrswert beläuft sich auf etwa vier Millionen Euro. Auch für dieses Areal wurden seit einigen Jahren nicht die erforderlichen Zahlungen getätigt. Seit 2016 gibt es jährliche Ansprüche in Höhe von drei Millionen Euro plus Zinsen. Die Beschlagnahme erfolgte im Januar 2020. Auch für diese Flurstücke gab es den Antrag der Vertreterin des Gläubigers für ein Gesamtangebot. Das erste Gebot für die Grundstücke kam von der Volksbank aus Wolfsburg in Höhe von viereinhalb Millionen. DEFAMA überbot mit fünf Millionen. Die Firma Neutecta gab ein Angebot von 7,6 Millionen Euro ab, was von DEFAMA überboten wurde. Das Unternehmen erhielt das Areal des Hanse-Centers für acht Millionen Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare