26 Jugendliche aus 6 europäischen Ländern auf der Gedenkstätte Isenschnibbe

Hand in Hand gemeinsam

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Gestern waren die Teilnehmer des Jugendcamps noch einmal auf der Gardelegener Gedenkstätte Isenschnibbe, um gemeinsam und Hand in Hand die Gräber zu pflegen.

Gardelegen. Sie kommen aus Russland, Weißrussland, Bosnien, Italien, Türkei und Deutschland – die 25 Jugendlichen, die am Montag und gestern die Gardelegener Gedenkstätte Isenschnibbe besuchten.

Es sind die Teilnehmer des Jugendcamps des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, das noch bis zum Sonntag in Magdeburg stattfindet. Auf Einladung des Landes- und des Kreisverbandes weilten sie in der Hansestadt, wo sie am Montag vom Kreisvorsitzenden Dr. Hans-Joachim Becker, dem Gedenkstättenleiter Andreas Froese-Karow, dem Fördervereinsvorsitzenden Konrad Fuchs sowie vom SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Barth und seiner Mitarbeiterin Martina Müller begrüßt und über den historischen Hintergrund der Gedenkstätte und der dort stattgefundenen Gräueltaten informiert wurden. Froese-Karow berichtete ihnen vom Feldscheunen-Massaker, bei dem kurz vor der Ankunft der amerikanischen Alliierten 1016 KZ-Häftlinge bestialisch umgebracht wurden und stieß auf großes Interesse, wie die zahlreichen Nachfragen zeigten. Gemeinsam wurden auch Blumen am Denkmal niedergelegt. Gestern waren die jungen Leute noch einmal für Pflegearbeiten vor Ort, nachdem sie den Abend in gemütlicher Runde und gemeinsamen Grillen sowie die Nacht im Ferienpark Zichtau verbracht hatten.

Wie Camp-Leiterin Stephanie Roth, die gemeinsam mit den Teamern Daria Antonova, Niklas Santoff und Marko Strutz die Gruppe begleitete, erzählte, wollen einige der Jugendlichen in Deutschland studieren und schon einmal Land und Leute, aber auch Menschen anderer Nationen kennenlernen. Sie alle eint das Thema Frieden und die „Arbeit als Versöhnung über den Gräbern“. Sie wollen zeigen, dass Nationen, die im II. Weltkrieg gegeneinander gekämpft haben, nun Hand in Hand zusammenarbeiten.

Innerhalb des Jugendcamps wird auch an dem Projekt „Shaping Peace“ („Frieden gestalten“) weiter gearbeitet. Es soll gemeinsam mit dem Künstler Markus Bawitzki ein Denkmal für den Frieden gebaut werden. Dafür gestaltet jeder Teilnehmer eine eigene Friedenskachel. Zudem wird von jedem ein Gesichtsabdruck genommen. 2020, so Stephanie Roth, soll im Elbauental Magdeburg, den entsprechenden Platz gibt es bereits, alles zu einem Monument zusammengefügt werden.

Von Elke Weisbach

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