Otto Mewes aus Jerchel ist das dritte Ehrenmitglied im Gardelegener Gedenkstätten-Förderverein

Er sah Häftlinge in Holzpantoffeln

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Der 82-jährige Otto Mewes (rechts) erhielt aus den Händen von Konrad Fuchs, dem Vorsitzenden des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins, die Ehrenmitgliedschafts-Urkunde überreicht.

Gardelegen. Es sei ihm, so erklärte er gestern, stets ein Bedürfnis gewesen, die Ereignisse vom April 1945 und deren Folgen zu dokumentieren.

Otto Mewes erlebte als neunjähriges Kind, damals am Schneiderberg in Solpke aufwachsend, den Todesmarsch der KZ-Häftlinge in Holzpantoffeln vom Miester Bahnhof bis nach Gardelegen. Gestern erhielt der mittlerweile 82-Jährige von Konrad Fuchs, dem Vorsitzenden des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins, die Ehrenmitgliedschaft überreicht. Mewes ist nach Gründungsmitglied Frigga Conrad und dem ehemaligen Vorsitzenden Ludwig Rother das dritte Ehrenmitglied.

Der kleine Otto Mewes war damals mit anderen Jungen auf die Straße gelaufen und hatte einen der Wachmänner gefragt, wer denn diese erbärmlich aussehenden Menschen seien. An die Antwort erinnert sich Mewes heute noch: „Das sind Verbrecher und Kommunisten.“ Bis heute verfolge ihn dieser Satz, erklärte er gestern, als sich der Förderverein zu seiner Versammlung im Rosen-Gesundheitscenter traf. Konrad Fuchs lobte Mewes´ „jahrzehntelange Arbeit“ und sein Engagement auch für den Verein.

Während der Versammlung sprachen sich die Mitglieder des Fördervereins für den Bau einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die Gardelegener Umgehungsstraße aus, um schneller zur Gedenkstätte zu kommen. „Da wäre eine großartige Entscheidung“, so Vorstandsmitglied Paul Schmidt. Die Stadt Gardelegen bemüht sich um die Realisierung dieser Maßnahme über das Leader-Förderprojekt. Zumal, wie Konrad Fuchs erläuterte, mit dem Bau dieser Brücke „die historische Strecke“ des Todesmarsches nachgebaut werden würde.

Von Stefan Schmidt

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