Jägerbataillon 1 aus Nordhessen schließt 18-jährige Ausbildung für Einsätze am Hindukusch ab

Letztmals aus der Altmark nach Afghanistan

Soldaten bereiten sich auf ihre Einsätze vor.
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Fast 40 000 Soldaten aus ganz Deutschland sind seit 2003 im Gefechtsübungszentrum Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide auf ihre Afghanistan-Einsätze vorbereitet worden. Der letzte Ausbildungsdurchgang ist nun beendet.

In dieser Woche fand im GÜZ der letzte Ausbildungsdurchgang für ein Afghanistan-Einsatzkontingent statt. Dazu waren 50 Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 1 aus dem nordhessischen Schwarzenborn demnach in der Altmark.

Letzlingen – Vor dem geplanten Truppenabzug aus Afghanistan hat das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) Heer in der Colbitz-Letzlinger Heide die letzten Soldaten für den Einsatz in diesem Land vorbereitet. Der letzte reguläre Ausbildungsdurchgang für ein Afghanistan-Einsatzkontingent sei in dieser Woche beendet worden, teilt das Landeskommando Sachsen-Anhalt mit.

Rund 750 Soldatinnen und Soldaten des Jägerbataillons 1 aus dem nordhessischen Schwarzenborn waren demnach in der Altmark. Sicherung von Objekten, Marsch unter erweitertem Eigenschutz und Verhalten im Hinterhalt seien ihre Themen gewesen. Der Einsatz sei abhängig von den politischen Entscheidungen der nächsten Wochen.

Die NATO hatte vor kurzem entschieden, ihre Truppen aus Afghanistan nach 20 Jahren abzuziehen. Die USA haben offiziell den 11. September als Abzugstermin genannt, es ist inzwischen aber auch ein Vorziehen auf den 4. Juli im Gespräch. Deutschland ist der zweitgrößte Truppensteller nach den USA; derzeit sind noch 1100 Soldaten am Hindukusch.

Seit 2003 sind in dem Gefechtsübungszentrum östlich von Letzlingen dem Landeskommando zufolge in rund 60 Übungsdurchgängen fast 40 000 Soldatinnen und Soldaten aus ganz Deutschland auf ihren Afghanistan-Einsatz vorbereitet worden. Ziel sei ein abschließendes Training, das auf den neuesten Erkenntnissen aus den Einsatzländern basiere. „Wir haben unseren Beitrag zur Ausbildung der deutschen Soldatinnen und Soldaten geleistet, um sie bestmöglich auf den gefahrvollen Einsatz vorzubereiten“, erklärt dazu der Leiter des Gefechtsübungszentrums, Oberst Michael Knoke.

Die Übungszeiträume für das laufende Jahr, die nun frei würden, würden für weitere einsatzvorbereitende Ausbildungsdurchgänge genutzt – etwa für die NATO-Mission in Litauen, die der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung vor Bedrohungen des Bündnisgebiets diene.

Das Gefechtsübungszentrum Heer ist den Angaben zufolge die modernste militärische Ausbildungseinrichtung in Europa. Dort sei jedes Fahrzeug, jede Waffe und jeder Soldat mit dem sogenannten Ausbildungsgerät Duellsimulator ausgerüstet. Die Ausbilder könnten auf diese Weise die genaue Position jedes einzelnen Soldaten überwachen.

Von Dörthe Hein (dpa/sa)

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