Otto-Reutter-Schule: Unterrichtsfach Gartenarbeit

Grundschüler gestalten Schulgarten an der Kapelle St. Georg

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Das Tomatenfeld wurde von Hannah Henschel (von links), Letty Halank und Victoria Lummitsch vorbereitet.

Gardelegen – Timo Lamm schnitt vorsichtig die vertrockneten Blätter einer Pflanze zurück. Der Schüler hat schon öfters im Garten seines Opas mitgearbeitet, zum Beispiel bei der Kartoffelernte, erzählte er. „Ich helfe gerne mit“, so der Drittklässler weiter.

Auf der Fläche gegenüber stachen seine Mitschüler Moritz Hecht, Taylor Bentler, Anton Fritz Krüger und Torben Hendrik Paulitschke Rasen ab, um die Pflanzringe von Büschen zu vergrößern.

Packten mit an: Moritz Hecht (von links), Taylor Bentler, Anton Fritz Krüger und Torben Hendrik Paulitschke.

Im Beet daneben jäteten ihre Mitschülerinnen Hannah Henschel, Letty Halank und Victoria Lummitsch gemeinsam das Unkraut. „Uns macht das Spaß“, waren sich die Freundinnen einig. „Viel besser“ als Unterricht lachten sie. Denn den Sachunterricht verbringen die Mädchen und Jungen der 3b von der Otto-Reutter-Grundschule nun einmal im Monat im mittelalterlichen Heil- und Nutzpflanzengarten der St. Georgskapelle.

Gestern Vormittag starteten die Schüler mit ihrer Klassenlehrerin Rena Brune und einigen Eltern das erstmalig stattfindende Projekt, bei dem die Anlage als Schulgarten genutzt werden soll. „In der Grundschule haben wir keinen Platz für einen Schulgarten“, erklärte Rena Brune.

Deswegen gärtnern die Mädchen und Jungen nun am St. Georg. Sie bereiteten zunächst die verschiedenen Beete vor. „Wir haben sozusagen Frühjahrsputz gemacht“, so Ulrich Ehlers, der das Projekt der Gartenakademie Sachsen-Anhalt mit seiner Frau Andrea Ehlers begleitet. So wurde zunächst gemeinsam gejätet, Müll aufgesammelt oder Vertrocknetes zurückgeschnitten.

Den Kräuterquark bereiteten Maja Manse (von links), Lena Uhler, Romy Blazejewski und Leonie Höhne zu.

Ulrich Ehlers erzählte, dass die Schüler verschiedene Aufgaben übernehmen und damit wieder mehr an die Natur herangeführt werden sollen. „Viele haben Zuhause keinen Nutzgarten mehr“, ergänzte er. „Das Gemüse kommt dann oft aus dem Supermarkt“, bedauerte Ulrich Ehlers. Dass Tomaten, Gurken oder Paprika aus dem Garten aber viel besser schmecken, wussten die Schüler. Einige von ihnen helfen bei Eltern oder Großeltern im Garten mit und die Ernte wird gegessen.

Essen sollen die Otto-Reutter-Grundschüler auch ihr selbst gesätes und gepflanztes Gemüse oder Obst. In diesem Sommer oder Herbst, wenn alles reif ist, sollen beispielsweise Früchte vielleicht sogar zu Marmelade weiter verarbeitet und verkostet werden.

Gestern Mittag gab es für die Mädchen und Jungen nach der Gartenarbeit Pellkartoffeln mit frischem Kräuterquark, den die Schülerinnen Maja Manse, Lena Uhler, Romy Blazejewski, Leonie Höhne, Fiona Micklich und Kim Paulitschke zubereitet haben.

VON INA TSCHAKYROW

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