Große Stadt mit lammer Kasse

Gardelegen - n Stefan Schmidt Die Lage war noch nie so ernst. Und sie hat weitreichende Konsequenzen. „Wir werden in die Haushalts-Konsolidierung gehen müssen“, erklärte gestern Stadt-Kämmerer Maik Machalz. Und zwar nachdem Hauptamtsleiter Klaus Richter am Montagabend im städtischen Sozialausschuss Zahlen auf den Tisch legte, die Machalz bestätigt. So liegt nach jetzigem Stand das Haushalts-defizit bei mindestens zwei Millionen Euro. Und das selbst dann, wenn die Stadt sämtliche Rücklagen – auch die aus den zwangszugeordneten Umland-Dörfern – aufbraucht.

Eine Konsolidierung würde bedeuten, dass „vieles, vieles gestrichen werden muss“, so Machalz. Vor allem bei den freiwilligen Aufgaben, die, wie der Name schon sagt, freiwillig sind, also haushaltstechnisch nicht zwingend nötig sind. Dazu gehören beispielsweise Bibliotheken, Freibäder und auch Vereinsförderungen. Und die Ortsbürgermeister-Gehälter, die der neue Stadtrat während seiner konstituierenden Sitzung am 31. Januar allerdings bereits festgezurrt hatte (wir berichteten). Ob und in welchem Umfang Baumaßnahmen in Angriff genommen werden können, steht ebenfalls in den Sternen.

Mit ein Grund für die klamme Kasse der Stadt ist die Gebietsreform. „Aber sie ist nicht zwingend ausschlaggebend dafür“, so der Kämmerer. So sei der vielfach propagierte wirtschaftliche Aufschwung „nicht bei den Kommunen angekommen“. Hinzu käme aber auch, dass einige der zugeordneten Umland-Gemeinden alles andere als reich sind. „Da ist in der Vergangenheit teilweise katastrophal gewirtschaftet worden“, schätzt Machalz ein.

Bisher hatte es die Kernstadt Gardelegen vermeiden können, in eine Haushalts-Konsolidierung zu gehen. Dafür gab es teils schmerzhafte Sparmaßnahmen. Wie die Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern und eine Art Sporthallen-Nutzungsgebühr.

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