Vorstände der Regierungsfraktionen bewilligen drei Millionen Euro für die Gedenkstätte Gardelegen

Die größte Hürde ist genommen

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Die Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen ist religions- und länderübergreifend ein Ort von Bedeutung. Dort kamen am 13. April 1945  1016 KZ-Häftlinge ums Leben.

Gardelegen / Magdeburg. Eigentlich war es, nach den Entwicklungen der vergangenen Woche, nur noch eine Formsache.

Doch seit dem gestrigen Nachmittag steht fest: Das Land Sachsen-Anhalt wird die fehlenden drei Millionen Euro für den Bau des Besucher- und Dokumentationszentrums auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen in den Doppelhaushalt der Jahre 2017/2018 einstellen. Das haben die gestern tagenden geschäftsführenden Vorstände der drei Regierungsfraktionen – also CDU, SPD und Grüne – entschieden. Damit ist das Geld für die Modernisierung der Gedenkstätte noch nicht im Landeshaushalt enthalten. Dieser Haushalt wird in den nächsten Wochen im Magdeburger Landtag und in den Ausschüssen diskutiert und soll im März beschlossen werden. Dann wohl mit dem Geld für die Gedenkstätte. Nächste Hürde ist der Finanzausschuss, der nun das positive Votum der Fraktionen aufnimmt.

Seit Herbst gab es Diskussionen, weil das Land diese Summe – trotz eines einstimmigen Landtagsbeschlusses – nicht im Haushalt aufgelistet hatte.

Insgesamt 3,7 Millionen Euro stellt das Land, das vor knapp zwei Jahren die Trägerschaft für das Areal übernommen hatte, somit für die Gedenkstätte zur Verfügung. 700 000 Euro sind bereits ausgegeben, unter anderem für den Architektenwettbewerb zum Gebäudekomplex sowie für die Baufeld-Freimachung, die in diesem Jahr im Eingangsbereich erfolgen soll. Ab 2018 könnte das Besucher- und Dokumentationszentrum im Eingangsbereich der Gedenkstätte errichtet werden.

„Diese Entscheidung ist ein Beweis dafür, dass sich Engagement und Einsatz auch wirklich lohnt“, atmet Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig auf. Und auch der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Barth zeigte sich gestern zufrieden. „Dieses Votum ist gut und war längst überfällig.“ Man habe „lange genug gekämpft“, um das Geld in den Landes-Doppelhaushalt einzustellen“, bekräftigte Jürgen Barth.

Von Stefan Schmidt

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