Historischer Zufallsfund bei Sanierungsarbeiten

Grabplatten unter der Treppe am Gutshaus in Lindstedt entdeckt

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Provisorium: Lindstedts Ortsbürgermeister Siegfried Jordan auf der Holzkonstruktion, die während der Bauarbeiten für Sicherheit sorgen soll.

Lindstedt – Als die Abrissarbeiten begannen, gab es eine Überraschung. „Auf einmal waren alle ganz aufgeregt“, erinnert sich Anja Rohrdiek vom Förderverein „Historische Region Lindstedt“.

Denn unter der historischen Treppe, die ins Lindstedter Gutshaus führt, entdeckten Bauarbeiter mehrere massive Grabplatten. Sie waren offenbar eingebaut worden, als diese Treppe vermutlich vor rund 100 Jahren angelegt worden war.

Diese Grabplatten waren über viele Jahre hinweg verschwunden und wurden gesucht. Ulf Frommhagen, Mitglied im Förderverein und begeisterter Historiker, „war schon ganz verzweifelt, weil er nicht wusste, wo diese historischen Fundstücke abgeblieben sind.“

Die alte Steintreppe, vor rund 100 Jahren gebaut, ist mittlerweile abgerissen.

Mitunter habe man abends auf eben dieser Treppe gehockt und darüber sinniert, wo die Grabplatten, die sich ursprünglich in der Lindstedter Kirche befanden, geblieben sind. „In Wirklichkeit befanden sie sich direkt unter uns und hörten uns praktisch zu“, erzählte Anja Rohrdiek am Dienstagabend, als sich die Mitglieder des städtischen Sozialausschusses das Gutshaus anschauten.

Die Grabplatten stammen aus den Jahren 1688 und 1700, sind also mehr als 300 Jahre alt und erinnern an Verstorbene, sogar mit Namensnennung. Sie lagern nun an einem sicheren Ort. Noch ist nicht endgültig geklärt, was mit ihnen geschehen soll.

Die Treppe zum Lindstedter Gutshaus wird derweil saniert. Laut Denkmalschutz soll sie aus Rotem Klinker gebaut werden.

VON STEFAN SCHMIDT

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