Stadt Gardelegen gibt sich „kulant“

Gibt's Knöllchen bei zugeschneiten Windschutzscheiben?

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Zugeschneite Windschutzscheibe, nicht erkennbare Parkscheiben: Gibt es dafür eigentlich Knöllchen? Theoretisch ja, denn die Parkscheibe muss laut Straßenverkehrsordnung „sichtbar“ aufs Armaturenbrett gelegt werden.

Gardelegen. Seit wenigen Tagen ist er da. Und er bleibt erstmal – der Winter. Temperaturen teils weit unter dem Gefrierpunkt, dazu Minusgrade auch tagsüber sowie Schneefall. So stellt sich das Wetter derzeit dar.

Nach wochenlangen Plusgraden und fast schon frühlingshaften Temperaturen bedeutet dieser Wetterumschwung vor allem für Autofahrer eine Umstellung.

Ein Problem, das manch einer gar nicht bedenkt: Was passiert eigentlich mit Parkscheiben, die hinter einer zugeschneiten Windschutzscheibe nicht mehr zu erkennen sind? So geschehen gestern früh im Gardelegener Stadtgebiet. Denn in der Innenstadt ist das Parken zwar kostenlos. An vielen Stellen gibt es aber eine zeitlich befristete Aufenthaltserlaubnis. Soll heißen: Die Parkscheibe muss eingelegt werden. Doch wenn die Windschutzscheibe zugeschneit ist, können die Ordnungsamts-Mitarbeiterinnen, die Knöllchen verteilen, eben diese Parkscheibe gar nicht sehen. Was dann?

Laut Straßenverkehrsordnung müsse eine Parkscheibe „sichtbar“ im Auto hinterlegt werden, erläutert Gardelegens Ordnungsamts-Mitarbeiterin Heidi Wiechmann. „Und sichtbar ist nun mal sichtbar.“ Auch bei Schnee oder zugefrorenen Scheiben. Bedeutet: „Der Autofahrer hat eine Mitwirkungspflicht“, muss also die Parkscheibe von Außen erkennbar lassen. Und zwar, indem er nötigenfalls die Windschutzscheibe regelmäßig freischaufelt oder freikratzt.

Dies könnte im theoretischen Fall bedeuten, dass ein Autofahrer, der beispielsweise zu einer Behörde will, zwischendurch zum Auto zurückkehren muss, um die Schnee- oder Eismassen zu entfernen. Auch der Friseurbesuch könnte sich schwierig gestalten: Wer länger unter der Haube sitzt, müsste rein theoretisch zwischendurch nach draußen, um der Parkscheibe wieder freie Sicht zu verschaffen.

„Wir sind in solchen Fällen aber auch mal kulant“, sagt Heidi Wiechmann. Ob eine Parkscheibe auf dem Armaturenbrett liegt, könne man auch mit einem Blick durchs Seitenfenster erspähen. Knöllchen gibt es meist erst nach einer Zeitüberschreitung. Und das ließe sich beispielsweise anhand der Reifenspuren rekapitulieren – auch wenn die Parkscheibe als solche nicht erkennbar sein sollte.

Oft löst sich das Problem aber auch von selbst. Wie gestern. Denn angesichts der rutschigen Straßen verzichteten viele Autofahrer auf eine Fahrt in die Innenstadt.

Von Stefan Schmidt

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