Stadt ist verantwortlich für Fundtiere / Fast jede Woche Anrufe von Bürgern

Schwarze Katze in Gardelegen gefunden – und jetzt?

Die schwarze Katze lebt am Gardelegener Wall beim Tiergehege.
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Die schwarze Katze lebt am Gardelegener Wall beim Tiergehege. Ab und zu zieht sie ihre rechte Pfote hoch, tritt mit dem Bein nicht auf. Beim Tierarzt konnte nichts festgestellt werden.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Gardelegen – Laut mauzend kam eine schwarze Katze auf eine Spaziergängerin auf dem Gardelegener Wall nahe des Pfauen-Geheges zu. Die Katze zog ihr rechtes Bein an den Körper, trat damit nicht auf.

Die Katze war zutraulich, ließ sich von der Gardelegenerin streicheln und schmuste an ihren Beinen, erzählt die Frau. Sie wollte der womöglich verletzten Katze helfen und rief zunächst beim Gardelegener Tierschutzverein und anschließend beim Ordnungsamt der Stadt an, wo aber beide Mitarbeiter unterschiedliche Aussagen zur Zuständigkeit machten. Wer ist also verantwortlich für Fundtiere? Die Altmark-Zeitung fragte im Ordnungsamt nach.

Wird das Ordnungsamt über ein Fundtier informiert, wird das dem Tierschutzverein mitgeteilt, dessen Mitarbeiter sich um das Fundtier kümmern, erklärt Florian Kauer, Fachdienstleiter im Bereich Sicherheit und Ordnung. Gibt es Hinweise zu Fundtieren über die Polizei oder Leitstelle, wird das Ordnungsamt und schließlich der Tierschutzverein informiert. Wenn die Mitarbeiter des Tierschutzvereins nicht helfen können, zum Beispiel, wenn nicht genügend Mitarbeiter zur Verfügung stehen, nachts oder an den Wochenenden, kümmern sich die Mitarbeiter des Ordnungsamtes um das Fundtier und bringen es, wenn es verletzt ist, zum Tierarzt oder ins Gardelegener Tierheim. Florian Kauer erzählt, dass es dort einen Notzwinger gibt. Dieser ist mit einem Zahlenschloss gesichert, den Zahlencode kennt das Ordnungsamt. „Wir haben auf den Notzwinger Zugriff“, sagt Florian Kauer.

Oftmals sind gefundene Tiere von ihren Besitzern entlaufen, vor allem Hunde. Katzen werden weniger als Fundtiere gemeldet, da diese meistens Freigänger sind.

Bei verletzten Fundtieren ist es für das Ordnungsamt schwieriger, so Florian Kauer. Er erläutert, dass es beispielsweise bei einem verletzten aufgefundenen Hund zunächst so erscheint, als hätte der Vierbeiner keinen Besitzer. „Aber oftmals gibt es einen Halter, der nur nicht da ist“, weil der Hund entlaufen ist und auch nicht immer sofort ausfindig gemacht werden kann. Ist der Hund so schwer verletzt, dass das Tier in eine spezielle Tierklinik gebracht werden muss, wird die Behandlung teuer. „Dann ist die Frage, ob der Halter genau so entschieden hätte“, sagt Florian Kauer. Deswegen gibt es gemeinsame Absprachen mit dem Gardelegener Tierschutzverein, damit zum Wohl des Tieres entschieden wird, so der Fachbereichsleiter weiter.

Er sagt, dass dem Ordnungsamt öfters freilaufende Tiere gemeldet werden. „Mindestens einmal in der Woche“, schätzt der Fachbereichsleiter ein. Aufgefundene Hunde können ihren Besitzern meistens schnell wieder übergeben werden. Dazu nutzt das Ordnungsamt auch die sozialen Medien. Bei Katzen, vor allem freilaufenden Katzen, die auch nicht gechipt sind – was aber mit der kürzlich beschlossenen Kennzeichnungspflicht in der Gefahrenabwehrverordnung der Stadt geändert wurde –, ist es schwieriger, den Besitzer zu finden.

Wenn Besitzer für die aufgefundenen Tiere ermittelt werden können, zahlen sie für die Einfangaktion und bei verletzten Tiere die tierärztliche Behandlung. Findet sich kein Halter, zahlt die Stadt die Kosten, erzählt Florian Kauer.

Er informiert, dass die Stadt auch für Wildtiere, die sich in die Stadt verlaufen oder verletzt in der Stadt gefunden werden, zuständig ist. Es wurden schon verletzte Füchse und Waschbären gefunden. Florian Kauer erinnert sich, dass in der Innenstadt vor einigen Jahren ein Marderhund war. Zwei Stunden hat es gedauert, das Tier einzufangen. Verletzte Wildtiere im Stadtgebiet können meist nicht mehr gerettet werden, sagt Florian Kauer.

Er konnte der Spaziergängerin mit der verletzten Katze weiterhelfen. Er meldete sich nach kurzer Zeit zurück, nachdem er Heidemarie Hintsch, die nach den Katzen auf dem Gardelegener Wall sieht und sie auch füttert, über die verletzte Katze informierte. Heidemarie Hintsch rief bei der Gardelegenerin an und fragte nach einer Beschreibung der Katze. Sie kannte die schwarze Katze und war mit ihr bereits vor einiger Zeit beim Tierarzt, der aber nichts feststellen konnte. Die Katze tritt mit ihrem rechten Bein öfters nicht auf, erklärte Heidemarie Hintsch der Gardelegenerin. Sie sagte der Frau, dass sie nochmals mit dem Tierarzt Rücksprache halten und nach der Katze sehen werde und bedankte sich bei ihr.

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