Förderverein signalisiert grundsätzliche Gesprächsbereitschaft

Gedenkstätte Isenschnibbe: Honorarkräfte als Lösung?

An Wochenenden und an Feiertagen soll das Besucher- und Dokumentationszentrum auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe nach der Eröffnung am Dienstag, 15. September, nach jetzigem Stand fast immer geschlossen bleiben. Eine Lösung könnten Honorarkräfte sein.
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An Wochenenden und an Feiertagen soll das Besucher- und Dokumentationszentrum auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe nach der Eröffnung am Dienstag, 15. September, nach jetzigem Stand fast immer geschlossen bleiben. Eine Lösung könnten Honorarkräfte sein.

Gardelegen – „Wir haben uns ehrlich gesagt mit diesem Thema noch nicht konkret beschäftigt. “ Das sagt Konrad Fuchs, der Vorsitzende des Gardelegener Gedenkstätten-Fördervereins.

Es geht um die Öffnungszeiten des neuen Besucher- und Dokumentationszentrums auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe. Wenn der mehr als drei Millionen Euro teure Bau in etwas mehr als zwei Wochen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet wird (wir berichteten), sind die Räume danach für die Öffentlichkeit zugänglich.

Allerdings fast ausschließlich werktags. Denn and den Wochenenden sowie an Feiertagen bleibt die Einrichtung, die auch eine Dauerausstellung über die damaligen Geschehnisse in Gardelegen beinhaltet, geschlossen. Eine Ausnahme bildet jeder letzte Sonntag im Monat. Dann sind die Türen in der Zeit von 13 bis 17 Uhr geöffnet und Besucher können sich über das Massaker vom 13. April 1945, als 1016 KZ-Häftlinge in der Feldscheune umgebracht wurden, informieren. „Bevor das Gebäude nicht eröffnet ist, bewerte ich diese Tatsache erstmal nicht“, hält sich Fuchs diesbezüglich zu den Öffnungszeiten, die bereits an der Eingangstür zu lesen sind, zurück. Gerade in einer Berufspendlerregion wie der Altmark würden Öffnungszeiten auch an den Wochenenden und Feiertagen wohl nicht ohne Resonanz bleiben.

In sechs der sieben Gedenkstätten, die von der Landes-Gedenkstättenstiftung Sachsen-Anhalt betreut werden, ist an den Wochenenden ebenfalls fast immer geschlossen. Was am Personalbestand der Stiftung liegt. In Gardelegen arbeiten neben dem Leiter Andreas Froese noch zwei weitere Mitarbeiter.

Rein theoretisch wäre eine Betreuung des Besucher- und Dokumentationszentrums an den Wochenenden durch ehrenamtliche Honorarkräfte möglich. Fuchs möchte sich dazu derzeit noch nicht konkret äußern, sagt aber klar: „Natürlich ist es im Interesse wohl aller unserer Fördervereins-Mitglieder, dass das neue Gebäude gut angenommen wird und dass es eine gute Zusammenarbeit zwischen unserem Verein, der Stadt und der Stiftung gibt.“ Er und weitere Mitglieder sähen sich beispielsweise „durchaus in der Lage, bei Bedarf auch mal Führungen anzubieten“, signalisiert der Vereinsvorsitzende eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft. VON STEFAN SCHMIDT

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