Gedenkstättenleiter Andreas Froese: Zur Eröffnung kommen Amerikaner

Gedenkstätte in Gardelegen bekommt neues Besucher- und Dokumentationszentrum: „Wir liegen im Plan“

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Gedenkstättenleiter Andreas Froese vor der Baustelle des Besucher- und Dokumentationszentrums. Die große Eröffnung soll im nächsten Jahr stattfinden. Im Herbst soll aber schon der Betrieb aufgenommen werden.

Gardelegen – „Wir liegen im Plan. “ Andreas Froese, der Leiter der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe in Gardelegen, stand am Sonntagnachmittag vor der Baustelle des neuen Besucher- und Dokumentationszentrums im Eingangsbereich der Gedenkstätte.

Vor ihm rund 20 Neugierige, die an einer Führung mit Froese über das Areal teilnahmen.

Etwa 20 Interessierte kamen am Sonntagnachmittag zur Führung am Tag des offenen Denkmals. 

Froese erläuterte, dass der Bau nach jetzigem Stand „im vierten Quartal dieses Jahres“ in Betrieb genommen wird. Für die breite Öffentlichkeit ist das Zentrum wohl aber erst im nächsten Jahr dauerhaft zugänglich. Dann, im Jahr 2020, soll es die eigentliche Eröffnung geben. Dann soll auch die Dauerausstellung im Gebäude mit originalen Fotos und Filmen über die Zeit unmittelbar des nach dem am 13. April 1945 stattgefundenen Massakers an 1016 KZ-Häftlingen fertig sein. Sowohl zur Inbetriebnahme als auch zur eigentlichen Eröffnung wird es jeweils eine öffentliche Veranstaltung vor Ort geben. Denn „dies hier soll ein Ort für die Menschen, auch für die Menschen von hier sein.“

Froese lobte in diesem Zusammenhang das Engagement vieler Einheimischer für die Gedenkstätte. In anderen Regionen würde man solche Gedenkorte mitunter gar nicht haben wollen. In Gardelegen sei dies jedoch anders. Froese erinnerte an den 27. Januar 2017, als nach einer Gedenkveranstaltung etliche Besucher Kerzen anzündeten und mit diesen Lichtern die Umrisse des damals noch in der Planung befindlichen Gebäudes nachstellten – die Finanzierung des Zentrums stand seinerzeit im Landtag auf der Kippe. Kurz nach diesem öffentlichen Bekenntnis habe der Landtag in Magdeburg dann doch das Geld bereitgestellt.

Die im Besucher- und Dokumentationszentrum geplante Dauerausstellung soll auch die Zeit nach dem Massaker, vor allem die DDR-Jahre, beleuchten. Und: Diese Ausstellung soll nicht überfrachtet werden. Es soll noch Platz bleiben für spätere Ausstellungsstücke. „Denn das Gebäude“, so betonte Andreas Froese, „wird ja nicht nur für ein paar Jahre gebaut“, sondern soll auch noch in etlichen Jahrzehnten über die Gräueltaten der Nazis informieren.

Froese rechnet für die eigentliche Eröffnungsveranstaltung mit Gästen auch aus dem Ausland. So hätten bereits Veteranenvertreter der 102. Infanterie-Division der US-Armee, die das Massaker entdeckt hat, ihr Kommen angekündigt.

VON STEFAN SCHMIDT

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