Besucherzentrum seit einer Woche geöffnet: Ein stetes Kommen und Gehen

Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe: Manchmal gibt es Wartezeiten

Eine Corona-Hinweistafel steht am Eingang des neuen Besucher- und Dokumentationszentrums, das seit einer Woche für den Besucherverkehr geöffnet ist.
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Eine Corona-Hinweistafel steht am Eingang des neuen Besucher- und Dokumentationszentrums, das seit einer Woche für den Besucherverkehr geöffnet ist.

Gardelegen – Die ersten Besucher erhielten Blumen. „Das war unser Willkommensgeschenk“, sagt Lukkas Busche, Mitarbeiter im neuen Besucher- und Dokumentationszentrum auf der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe bei Gardelegen.

Der erste Besucher: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit Ehefrau Elke Büdenbender.

Nachdem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff den rund 4,3 Millionen Euro teuren und vom Land bezahlten Neubau am 15. September eröffnet hatten (wir berichteten), wurde das Gebäude zwei Tage später, also am vergangenen Donnerstag, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – inklusive Blumen-Willkommensgruß für die ersten Neugierigen. Seitdem gibt es auf dem Gelände ein stetiges Kommen und Gehen. Die Freifläche ist – wie vorher auch schon – jederzeit begehbar. Und während der Öffnungszeiten des neuen Gebäudes herrscht nun regelmäßiger Besucherverkehr. Es waren sogar schon Gäste aus den Niederlanden da, die auf der Durchreise waren und einen Abstecher zur Gedenkstätte machten. Dort wurden am 13. April 1945, also unmittelbar vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs, 1016 KZ-Häftlinge von den Nazis umgebracht.

Eine nicht ganz unerhebliche Einschränkung gibt es aber seit Beginn der Öffnungszeiten trotzdem: Wegen der coronabedingten Abstandsregelungen dürfen sich nur maximal zehn Personen gleichzeitig die Dauerausstellung über die Todesmärsche ansehen. Das kann zur Wartezeiten führen. Und: Bei Gruppenbesuchen geht dann für „normale“ Interessenten oft für eine gewisse Zeit gar nichts mehr, weil die zugelassene Maximalkapazität allein durch die Gruppenteilnehmer bereits erreicht ist. So schaute sich am zweiten Eröffnungstag eine Bundeswehr-Delegation vom nahegelegenen Gefechtsübungszentrum (GÜZ) bei Letzlingen die Dauerausstellung über die Todesmärsche an.

Draußen auf dem Gelände gibt es auch eine Neuerung. Denn im Vorfeld des Bundespräsidenten-Besuchs wurde der kurz nach dem vor mehr als 75 Jahren stattgefundenen Massaker von Überlebenden aufgestellte Gedenkstein am Rande des Gräberfeldes geputzt, sprich abgekärchert. Er glänzt nun fast wie neu.

Am morgigen Sonntag, 27. September, ist das Besucher- und Dokumentationszentrum erstmals am Wochenende geöffnet, wie künftig jeden letzten Sonntag eines Monats. Und zwar in der Zeit von 13 bis 17 Uhr. Werktags gelten bei freiem Eintritt folgende Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 15.30 Uhr sowie Freitag von 9 bis 13 Uhr. VON STEFAN SCHMIDT

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