Neue Gebührenkalkulation und Begräbnisarten für Friedhöfe in Gardelegener Einheitsgemeinde

Gebührenabzug von 5 auf 20 Prozent für allgemeine Nutzung der Friedhöfe?

Bäume auf Friedhof
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Der Gardelegener Friedhof hat viele Bäume, weswegen dort bald Baumgräber möglich sind. Wegen der parkähnlichen Gestaltung nutzen den Friedhof viele Menschen zum Spazieren.
  • Ina Tschakyrow
    VonIna Tschakyrow
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Für die städtischen Friedhöfe der Gardelegener Einheitsgemeinde gibt als neue Begräbnisarten Doppelrasenurnengräber und Baumgräber. Außerdem wurden die Gebühren für die Nutzung neu kalkuliert.

Gardelegen / Letzlingen – Es sollen in der Gardelegener Einheitsgemeinde bald die Bestattung in einem Doppelrasenurnengrab mit Platte sowie eine Baumgrabstätte möglich sein. Der Wunsch nach diesen Bestattungsarten nahm in den vergangenen Jahren zu. Letztere ist nur auf dem Gardelegener Friedhof möglich, weil nur dieser mit den unterschiedlichen Baum- und Straucharten die Voraussetzungen für eine naturnahe, waldähnliche Begräbnisart in Form eines Baumgrabes hat. Bei der Bestattung Doppelrasenurnengrab mit Platte können zwei Urnen unter einer Grabplatte beigesetzt werden. Diese Möglichkeit der Bestattung wurde mehrfach an die Stadtverwaltung herangetragen, weil es für die Angehörigen eine pflegearme Grabstätte ist.

Neben den zwei neuen Bestattungsarten gibt es weitere Anpassungen in der Friedhofssatzung, weswegen diese geändert werden muss. Laut Peter Wiechmann, wie er im Finanzausschuss im Letzlinger Kulturhaus anmerkte, wurden „Sachen eingearbeitet, die wir bei der letzten Änderung nicht wollten“. Als Beispiel nannte er, dass die Höhe der Stelen für die Grabstätten festgelegt wurde. Ordnungsamtsmitarbeiterin Isolde Niebuhr machte klar, dass „nichts heimlich“ hinzugefügt wurde. Die Höhe der Stelen wurde geändert, damit diese mit den Grabsteinen ins Bild passen, erklärte sie. Die Mitglieder des Ausschusses für Bau- und Ordnungsangelegenheiten sowie der Finanz- und Hauptausschuss stimmten dem Beschluss zu.

Gebühren neu kalkuliert

Anschließend war die Änderung der Friedhofsgebührensatzung Thema, deren Gebührentarife für die Jahre 2019 bis 2021 ermittelt wurden, weswegen nun eine neue Satzung beschlossen werden muss.

Grundlage für die Kalkulation der Gebühren für 2022 bis 2024 bildeten die Erträge und Aufwendungen aus den Jahren 2018 bis 2020 sowie die Planansätze für dieses Jahr. Es fand für die neue Kalkulation zudem eine Neueinteilung der Trauerhallen in fünf Kategorien aufgrund der unterschiedlichen Ausstattung und baulichen Beschaffenheit statt, welche vom Stadtrat im April beschlossen wurde. Die Grabnutzungsgebühren erhöhen sich auch, weil sich die Kosten für die Pflege der Anlagen erhöht hat.

Gebühren für allgemeine Nutzung erhöhen?

Diskutiert wurde ein Antrag von Stadtratsmitglied Gustav Wienecke zur Friedhofsgebührensatzung im Hauptausschuss. Dabei geht es um die Höhe des Abzuges von den kalkulierten Gebühren für die Nutzung des Friedhofes durch die Allgemeinheit, beispielsweise zum Spaziergehen. Diese Kosten sollen nicht die Nutzer von Grabstätten zahlen, weswegen bisher 5 Prozent von den kalkulierten Gebühren abgezogen wurden. Diese wurden bei der Neuaufstellung der Kosten bereits berücksichtigt, wie Dezernatsleiter Andreas Hensel erklärte. Gustav Wienecke hat beantragt, den Abzug auf 20 Prozent zu erhöhen. Damit würden sich die Friedhofsgebühren verringern, aber die Allgemeinheit würde einen größeren Anteil zahlen, der letztlich über Steuergeld finanziert werden würde. Zudem lasse sich, wie Bürgermeisterin Mandy Schumacher sagte, nicht rechtfertigen, warum der Abzug auf 20 Prozent erhöht werden soll. Als 5 Prozent festgelegt wurden, wurde der Abzug schon verdoppelt, Berechnungen ergaben 2,5 Prozent.

Der Antrag wurde abgelehnt und der Friedhofsgebührensatzung mehrheitlich zugestimmt. Der Stadtrat entscheidet am 1. November über die Friedhofs- und -gebührensatzung.

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