Tipps für Haustierhalter

Gardelegens Tierheim hat sich auf heiße Tage vorbereitet 

+
Labrador-Mix Chicco nutzt das Planschbecken bis jetzt eher als Wassernapf. Andere Hunde gehen ins kühle Nass, weiß Carmen Koch.

Gardelegen – „Bruno war bereits im Planschbecken“, erzählt Tierheimleiterin Carmen Koch mit Blick auf den Schäferhund. Im Auslauf gegenüber steht auch ein solches Planschbecken. Chicco hat sich bisher aber noch nicht ins Wasser gewagt, um sich abzukühlen.

Dafür nutzt der Labrador-Mix das Becken als übergroßen Wassernapf.

Dass Tiere bei den momentanen Temperaturen viel trinken ist wichtig, so Carmen Koch. „Wasser, Wasser, Wasser“, fügt die Ehrenamtliche Mitarbeiterin Nancy Schulz hinzu, „ist das Wichtigste“. Das sollte Hunden, Katzen und allen anderen Tieren ausreichend angeboten werden. Futter wird hingegen weniger gefressen, es sei deswegen wichtig, dass Besitzer darauf achten, dass ihre Vierbeiner trotzdem genügend fressen. Nassfutter darf aber nicht zu lange unberührt stehen, „sonst kommen Fliegen“, erklärt Carmen Koch, was schädlich ist. Darauf wird auch bei Rundgängen, die bei der Hitze nun noch öfter im Tierheim gemacht werden, geachtet.

Dort gibt es in den Ausläufen für die Hunde zudem schattige Plätze, denn Tiere „sollten jetzt nicht in der prallen Sonne sein“, mahnt Carmen Koch. Und solche Plätze suchen die Hunde auch. Kommt nicht gerade jemand vorbei, liegen die Vierbeiner auch „nur im Schatten“, weiß die Tierheimleiterin. Sie lässt zudem eine Plane über die Ausläufe spannen, damit die Hunde noch mehr vor der Sonne geschützt sind. Die Tierheimleiterin hat sogar schon gesehen, dass sich manche Vierbeiner im Schatten ein Loch buddeln, sich hineinlegen und durch die Erde abkühlen.

Das ist in Häusern oder Wohnungen nicht möglich, oftmals gibt es aber kühle Keller, in die sich Katzen oder Hunde zurückziehen können. Wenn nicht, sollte durch Jalousien oder Gardinen vor Fenstern möglichst wenig Sonne in Räume scheinen, damit diese sich nicht aufheizen, so Carmen Koch. Im Tierheim gibt es beispielsweise in der Quarantäne-Station für Katzen eine Klimaanlage. Im Auslauf der Katzen wird ab und an eine Tür geöffnet, damit frische Luft in den Anbau kommt. Das helfe allerdings nicht viel, erklärt Carmen Koch, denn die Luft ist einfach zu warm.

Wegen der Hitze bewegen sich die Tiere weniger. Darauf sollten Haustierhalter auch achten. Vor allem Hunde bewegen sich viel, sollten bei den jetzigen Temperaturen aber nur wenig und morgens oder abends Gassi gehen sowie dabei nicht zu aktiv sein. Deswegen darf mit den Vierbeinern auch kein Fahrrad gefahren werden. Das ist momentan zu anstrengend für die Hunde. „Es ist eine Strapaze für die Tiere, sich so stark zu bewegen“, mahnt Carmen Koch. Hunde könnten dabei sogar einen Herzinfarkt erleiden.

Das kann auch im Auto passieren, wenn Hunde für längere Zeit in der prallen Sonne gelassen werden. Auch Parken im Schatten ist tückisch, denn die Sonne wandert schneller als gedacht. „Schon wenige Minuten sind problematisch“, weiß Carmen Koch. Es könnte, wie auch bei einer Überanstrengung, zur Überhitzung des Vierbeiners kommen. Anzeichen sind starkes Hecheln, flache Atmung, ein glasiger Blick, Apathie, Taumeln, Erbrechen, eine dunkle Zunge, Zittern oder Krampfen. Der Hund sollte dann gekühlt werden. Allerdings nicht am ganzen Körper, sondern nur an den Füßen, so Nancy Schulz. Deswegen sollten Hunde bei der Hitze gar nicht erst zu aktiv sein oder im Auto gelassen werden. Sondern eher wie Schäferhund Bruno im Planschbecken spielen.

VON INA TSCHAKYROW

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare