Gardelegens Ex-Bürgermeister soll geehrt werden

In Gardelegen: Eine eigene Straße für Julius Beck

Unbefestigter Weg
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Die mögliche Julius-Beck-Straße ist ein Schotterweg.
  • Stefan Schmidt
    VonStefan Schmidt
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Julius Beck war von 1881 bis 1923 Bürgermeister von Gardelegen.

Gardelegen – Heute vor 90 Jahren ist er gestorben. Julius Beck, Gardelegens „ewiger“ Bürgermeister. Von 1881 bis 1923 und somit 42 Jahre lang regierte er die Stadt. Nun soll nach ihm eine neue Straße benannt werden. Dies haben mehrere Einwohner der Stadt bei Bürgermeisterin Mandy Schumacher beantragt. Und dies soll nun im nächsten städtischen Bauausschuss diskutiert werden. Das letzte Wort hätte dann der Gardelegener Stadtrat.

In einem Baugebiet

Die Julius-Beck-Straße soll nach den Vorstellungen der Gardelegener Stadtverwaltung Teil des neuen Baugebiets an der Bertolt-Brecht-Straße im Osten Gardelegens werden. Es handelt sich dabei um eine Stichstraße im nördlichen Bereich zwischen der Verlängerung der OdF-Straße und dem Ulmenweg.

In der „Zeittafel der Hansestadt Gardelegen, Abschnitt Modernisierung der Stadt“, wird die Bedeutung von Julius Beck folgendermaßen zusammengefasst: „1881 wurde in seiner Person ein ‘Macher’ Bürgermeister von Gardelegen. Julius Beck bringt frischen Wind in das Ackerbürgerstädtchen. Was er auf seinen Reisen um die Welt gesehen hat – in Gardelegen wendet er es an. Elektrifizierung, Wasserleitung, Kanalisation. Die gepflasterten Straßen gehen ebenso auf das Konto von Beck wie die Gründung einer Feuerwehr und die Modernisierung des Bestattungswesens. Auch für die Umgestaltung der verwahrlosten Wallanlagen in einen Bürgerpark zeichnet er verantwortlich. Er betreibt die Bebauung der Bahnhofsvorstadt, womit Gardelegen endlich über seine mittelalterlichen Grenzen hinauswächst. Beck bleibt so lange im Amt, wie kein anderer Bürgermeister – 42 Jahre.“ Das teilt Dr. Heide Sonnevend im Namen der Antragsteller mit. Laut Mitteilung des städtischen Bauamtes wurde Julius Beck unmittelbar nach seinem Ausscheiden ab 1923 zum „Ehrenbürgermeister auf Lebenszeit“ ernannt, starb allerdings acht Jahre später.

Nicht wirklich repräsentativ

Die potenzielle neue Julius-Beck-Straße erschließt nach Angaben des Bauamtes derzeit auf einem mit Schotter ausgebauten Weg drei Wohnbau-Grundstücke. Sonderlich repräsentativ wäre die neue Julius-Beck-Straße zwar nicht. Aber eine bereits bestehende Straße nach ihm zu benennen, hieße vor allem für die betroffenen Anlieger einen erheblichen zeitlichen, organisatorischen und finanziellen Mehraufwand. Denn eine solche Straßen-Umbenennung müsste überall gemeldet werden – vom Einwohnermeldeamt über die diversen Versicherungen bis hin zum Freundes- und Verwandtenkreis. Vor allem für gewerbliche Betriebe würde dies eine wahre Antragstellungs-Odyssee bedeuten.

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