Frau zahlt 300 Euro Geldstrafe für Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Ratten aus Fenster geworfen und keine Verurteilung für Gardelegenerin

Göttin Justitia (Symbolbild)
+
Eine Gardelegenerin hat gegen das Tierschutzgesetz verstoßen.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
    schließen

Eine 50-jährige Frau aus Gardelegen hat insgesamt neun Ratten in einem Käfig aus dem vierten Stock eines Wohnhauses in Gardelegen geworfen. Sie erhielt eine Geldstrafe, verurteilt wurde sie am Montag nicht.

Gardelegen – Eine 50-jährige Frau aus Gardelegen hat insgesamt neun Ratten in einem Käfig aus dem vierten Stock eines Wohnhauses in Gardelegen geworfen. Die Tat ereignete sich am 16. September des vergangenen Jahres um 22.25 Uhr. Vier Ratten wurden bei der Tat getötet, die anderen Ratten verletzten sich schwer, sodass sie motorische Störungen hatten, verlas die Staatsanwältin. Wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz stand die Frau am Montag vor dem Gardelegener Amtsgericht.

Die 50-Jährige erklärte, dass sie mit ihrem Ehemann, von dem sie mittlerweile getrennt lebt, Streit hatte. Ihm gehören auch die Ratten. Die Angeklagte erzählte, dass ihr Ehemann an dem Tag abends eine andere Frau besuchen wollte. „Ich wollte das nicht“, sagte die 50-Jährige. Sie versuchte, ihren Mann davon abzuhalten, „wer weiß, wer abends noch umher geistert“.

Laut ihrer Aussage bei der Polizei soll ihr Ehemann an die andere Frau Fotos von seinem Geschlechtsteil verschickt haben, las Richter Axel Bormann aus den Akten vor. Der Mann ging, auch die Angeklagte besuchte daraufhin noch einen Freund. Als sie wieder nach Hause kam, war ihr Ehemann weg. „Ich war so wütend“, sagte die Frau unter Tränen.

„Ich habe noch zu den Ratten gesagt, dass es mir leid tut“. Als sie die Nagetiere im Käfig aus dem Fenster warf, „habe ich nicht darüber nachgedacht“. Nach der Tat sei sie abgehauen und habe bei einem Freund übernachtet. Ihr Mann habe noch eine Ratte retten können. „Im Nachhinein tut mir das alles so leid“, sagte die Angeklagte.

Axel Bormann fragte nach, ob das die erste Tat dieser Art war. Etwa ein halbes Jahr zuvor, am 15. April, verlas der Richter aus den Akten, warf die Frau auch Ratten aus dem vierten Stock eines Wohnhauses, was sie dann auch bestätigte. „Ich habe keine Ratten mehr und ich möchte auch keine Ratten mehr haben“, sagte sie. „Das ist ganz schön schäbig, was Sie da gemacht haben“, sagte der Richter, „die Tiere können nichts dafür“.

Richter Axel Bormann stellte das Verfahren bis September ein, die Frau wurde nicht verurteilt, muss aber eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro zahlen. Die Strafe zahlt sie in Raten zu je 100 Euro pro Monat ab. Das Geld erhält der Förderverein der Otto-Reutter-Grundschule in Gardelegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare