Bei der Gardelegener Stadtratswahl gibt es nur einen Wahlbereich / CDU stellt keinen Antrag

25. Mai: Jeder darf jeden wählen

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Zur Stadtratswahl wird es am 25. Mai nur einen Wahlbereich geben. Die Beteiligung vor vier Jahren lag bei 30,8 Prozent.

Gardelegen. In rund vier Monaten, am Sonntag, 25. Mai, wird ein neuer Gardelegener Stadtrat gewählt. Allerdings etwas anders als bei der vorherigen Stadtratswahl – sie war im November 2010, noch vor dem offiziellen Inkrafttreten des neuen Gardelegener Stadtgebildes.

Damals gab es fünf Wahlbereiche. Mit teils hanebüchenen Folgen.

So dufte am 28. November 2010 zwar ein Einwohner aus Estedt einen Kandidaten aus dem Nachbarort Wiepke wählen – nicht aber aus dem anderen Nachbarort Lüffingen. Denn Lüffingen gehörte zu einem anderen Wahlbereich. In Lüffingen konnte man wiederum zwar einen Bewerber aus Gardelegen wählen – nicht aber, wenn er beispielsweise an der Burgstraße wohnte. Denn Burgstraßen-Anwohner mussten im Wahlbereich II antreten – und durften dann wiederum von Estedtern gewählt werden.

Dieses Kuddelmuddel mag auch dazu geführt haben, dass die Wahlbeteiligung bei der ersten Stadtratswahl des neuen Gardelegener Großgebildes mit gerade mal 30,8 Prozent extrem niedrig war. Mit anderen Worten: Mehr als zwei Drittel der Wahlberechtigten blieb an jenem Wahlsonntag daheim.

Und noch eine Ungerechtigkeit gab es damals: Je nach Wahlbezirk reichten unterschiedlich viele Stimmen zum Einzug in den Stadtrat. Extremstes Beispiel war der Linken-Kandidat Andreas Höppner aus Kloster Neuendorf. Er erhielt 301 Stimmen – und blieb dennoch draußen. Und das, obwohl 21 der am Ende gewählten Stadträte weniger Stimmen erhielten als er. Der Stadtrat mit den wenigsten Stimmen war damals der Letzlinger Norbert Hoiczyk. Ihn wählten 128 Wähler – und damit zweieinhalb mal so wenig wie den Nicht-Stadtrat Höppner aus dem Nachbarwahlkreis.

Andererseits: Der Wahlzettel für die Stadtratswahl wird sehr lang sein. Möglich sind mehr als 100 Bewerber für die 36 Sitze – im November 2010 gab es nicht weniger als 135 Bewerber.

Dass es diesmal nur einen Wahlbereich gibt, unterstützen alle jetzigen Stadtrats-Fraktionen. Auch die CDU. Und das, obwohl die beiden CDU-Ortsverbände Gardelegen und Mieste im Herbst für zwei Wahlbereiche plädierten und die eigene Fraktion aufforderten, dies zu beantragen. Doch CDU-Fraktionschef Jörg Gebur erklärte auf AZ-Anfrage: „In unserer Fraktion haben wir uns auf nur einen Wahlbereich geeinigt.“

Von Stefan Schmidt

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