Für neue Leader-Fördergruppe gibt es Veränderungen

Gardelegener Stadtrat stimmt kreisweiter LAG zu

Gutshof in Lindstedt
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In den vergangenen Jahren wurden mit Leader-Fördermitteln verschiedene Vorhaben in der Gardelegener Einheitsgemeinde finanziert, unter anderem Baumaßnahmen auf dem Gutshof in Lindstedt.
  • Ina Tschakyrow
    vonIna Tschakyrow
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Eine gemeinsame Lokale Aktionsgruppe (LAG) soll auf dem Gebiet des Altmarkkreises Salzwedel gegründet werden. In dieser soll auch die Gardelegener Einheitsgemeinde Mitglied werden. Das hat der Stadtrat beschlossen.

Gardelegen – Nachdem es einige Diskussionen und Nachfragen in den städtischen Ausschüssen gab, wurden zur Stadtratssitzung am Montag Landrat Michael Ziche und Thomas Schulze vom Finanzministerium des Landes Sachsen-Anhalt und zuständig für die Leader-Förderung eingeladen.

Die bisherige Förderperiode läuft dieses Jahr aus. Die Aktionsgruppen müssen sich beim Wettbewerbsaufruf Mitte des Jahres neu bewerben, da diese nicht automatisch in die nächste Förderperiode von 2021 bis 2027 aufgenommen werden. Derzeit ist die Einheitsgemeinde Gardelegen Mitglied in drei Aktionsgruppen: LAG „Colbitz-Letzlinger-Heide, LAG „Mittlere Altmark“ und LAG „Rund um den Drömling“.

Landrat Michael Ziche warb für eine kreisweite LAG: „Das wird keine Nachteile bringen. Die Struktur ist ein Gewinn für die Region und die Menschen.“ Es sprachen sich bereits die Einheitsgemeinden Salzwedel und Arendsee für eine LAG aus, auch die Kreisausschüsse stimmten dem zu, der Kreistag entscheidet demnächst, informierte der Landrat. Er erklärte zudem, dass es nur einen Geldtopf gebe, wovon dann Geld an die Aktionsgruppen auch abhängig von der Einwohnerzahl vergeben werde. Wichtig sei auch das erarbeitete Konzept der LAG. Damit treten diese beim Wettbewerb an, erklärte Michael Ziche auf Nachfrage von Stadtrat Patrick Rasch.

In der neuen Förderperiode gibt es einige Änderungen. So werden zukünftig auch alle EU-Mittel aus dem ELER (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums) zur Förderung des Ländlichen Raumes wie zum Beispiel Dorfentwicklung, Ländlicher Wegebau, Radwegebau und Sportstättenförderung über Leader abgewickelt, erklärte Thomas Schulze. Die Rechtspersönlichkeit der Aktionsgruppen ändert sich auch, sie müssen eine eigene Rechtspersönlichkeit bilden, was wahrscheinlich in Form eines Vereins mit entsprechenden Regelungen zur Haftung des Vorstandes umgesetzt wird. Für ganz Sachsen-Anhalt soll der Betrag von derzeit 132 Millionen Euro auf etwa 190 Millionen Euro pro Förderphase steigen.

Thomas Schulze informierte, dass Leader kein eigentliches Förderprogramm sei. Es sei ein Maßnahmenprogramm der Europäischen Union zur Förderung innovativer Aktionen im ländlichen Raum, wofür Aktionsgruppen gebildet werden können. Diese sollen „selbst bestimmen, wofür sie sich engagieren“ und wofür Geld „sinnvoll und nachhaltig“ eingesetzt wird, erklärte Thomas Schulze.

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