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Gardelegener Polizei informierte über Unfälle und Tatdelikte

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Von: Lea Weisbach

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Eine Frau und ein Mann von der Polizei stehen an einem Auto.
Polizeirätin Tina Beck und der neue Leiter des Revierkommissariats Gardelegen, René Warnecke, informierten über Verkehrsunfälle und Tatdelikte. ©  Lea Weisbach

Die Polizeirätin Tina Beck und Polizeihauptkommissar René Warnecke klärten über Verkehrsunfälle, Tatbestände und angebliche Banden in Gardelegen auf.

Mit den Gerüchten, dass in Gardelegen eine „Bande“ – mindestens drei Personen begehen ein Tatdelikt – ihr Unwesen treiben, räumten Polizeirätin Tina Beck und der neue Leiter des Revierkommissariats Gardelegen, René Warnecke, auf. Diese Behauptungen seien nach dem versuchten Tötungsdelikt mittels Messerangriff eines 15-Jährigen an einen 17-Jährigen auf dem Gardelegener Harbig-Sportplatz aufgekommen.

Der eigentliche Anlass des Gesprächs mit Bürgermeisterin Mandy Schumacher sowie den Dezernatsleitern der Stadt war die Auswertung der Verkehrsunfallstatistik der Einheitsgemeinde Gardelegen von 2021. Aufgrund der Ausweitung der Präsentation auf Tatdelikte, besonders Rohheitsdelikte, worunter Raub, Körperverletzung, Nötigung, Bedrohung und Freiheitsentzug zählen, wurden auch die Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates eingeladen – vor Ort waren allerdings nur die CDU sowie die Linke.

308 Wildunfälle

308 der insgesamt 754 Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr sind auf Kollisionen mit Wildtieren zurückzuführen. Allerdings sind auch diese zurückgegangen – 2019 gab es noch 366 Wildunfälle und 2020 325. Der Polizeihauptkommissar sieht die Corona-Pandemie als Grund: „Viele Menschen mussten zu Hause bleiben und es gab weniger Verkehr.“ Da helfe nur „blickig fahren“, denn „Wild ist überall – auch in der Stadt“, fügte Warnecke hinzu. Bei 694 Unfällen kam es zu Sachschäden. Bei den restlichen 60 Verkehrsunfällen gab es 56 leicht verletzte, 16 schwer verletzte und drei getötete Personen.

Besonderheiten in der Einheitsgemeinde sind die Unfallhäufungsstelle bei der Abfahrt von der B 188 auf die Bismarker Straße und die Unfallhäufungslinie auf der B 188 zwischen Lenz und Mieste, berichteten die Polizeirätin und der Leiter des Revierkommissariats. Aufgrund dessen wurden auf dieser Strecke Schilder aufgestellt. Momentan würde ausgewertet, ob diese wirken.

Aufklärungsquote von 65,5 Prozent

Die Aufklärungsquote der unterschiedlichen Tatdelikte betrug im Jahr 2021 65,5 Prozent. Dies sei ein guter Wert, sagte Tina Beck. Insgesamt wurden 564 Täter ermittelt. Von den 1158 abgeschlossenen Vorgängen sind 46 Delikte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und 116 Vermögens- und Fälschungsdelikte, worunter Betrug und Untreue zählen. Häufig (364) kam es zu sonstigen Straftaten – Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Brandermittlung. „Bei Branddelikten gibt es meist nur wenige Spuren und Zeugen, da sie oftmals nachts passieren“, erklärte die Polizeirätin.

2021 gab es außerdem 272 Diebstähle, wobei alles geklaut wird, „was nicht niet- und nagelfest ist“, fügte René Warnecke hinzu. Unter anderem würden sechs Matten im Gardelegener Bürgerpark fehlen. Hinsichtlich Drogendelikten gab es im vergangenen Jahr keinerlei Auffälligkeiten. Rauschgiftdelikte sowie Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz zählen zu den 129 Straftaten zu strafrechtlichen Nebengesetzen. 2021 verzeichnete das Polizeikommissariat des Regionalbereichs Gardelegen eine Straftat gegen das Leben. Dabei erhärtete sich der Tatbestand jedoch nicht. Ein 78-Jähriger verstarb – allerdings nicht durch Fremdeinwirkung.

Kein Anstieg der Rohheitsdelikte

2021 gab es 230 Rohheitsdelikte, wozu auch der versuchte Tötungsdelikt zählen würde, wenn er 2021 stattgefunden hätte. Dennoch sei ein Rückgang dieser Tatbestände zu 2019 (236) und 2020 (238) zu verzeichnen.

Es gab 2022 bisher nur zwei Begehungen von gefährlichen Körperverletzungen. Neun Personen werden als Tatverdächtige angesehen, die allerdings nicht im Zusammenhang zum versuchten Tötungsdelikt stehen. Diese Personen würden auch nicht als Bande, sondern abwechselnd agieren. „Nach polizeilichem Ermittlungsstand gibt es keine Bande“, fasste die Polizeirätin zusammen. Die Ermittlungen zu dem Messerangriff des 15-Jährigen sind noch nicht abgeschlossen

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