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Gardelegener Gericht verurteilt Mann zur sechsten Strafe wegen Trunkenheit im Verkehr

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Von: Ina Tschakyrow

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Das Amtsgericht Gardelegen
Sechsmal stand ein 61-Jähriger wegen Trunkenheit vor Gericht. © Stefan Schmidt

Ein Mann ist immer wieder betrunken Fahrrad gefahren und dabei erwischt worden. Er wurde nun vom Gardelegener Amtsgericht zum sechsten Mal verurteilt.

Gardelegen – Mehrfach wurde ein 61-Jähriger schon wegen Trunkenheit im Verkehr vom Gardelegener Amtsgericht zu einer Geldstrafe verurteilt. Am 21. Juni dieses Jahres fuhr der 61-Jährige wieder alkoholsiert Fahrrad und wurde von der Polizei angehalten. Er hatte einen Blutalkoholwert von 1,94 Promille. Deswegen stand der Mann erneut wegen Trunkenheit im Verkehr vor Gericht.

„Die haben mich angehalten, ich musste pusten und dann war es das“, sagte der Angeklagte. „Was haben sie gemacht?“, fragte Richterin Kirsten Döring-Jeske. „Eigentlich gar nichts“, so der Mann. Er war nur mit dem Fahrrad unterwegs, um zur Tankstelle zu fahren und sich dort Zigaretten zu kaufen, erklärte er der Richterin. Zuvor war er in einer Kneipe in der Gardelegener Innenstadt und „hat ein paar getrunken“. Bier trinke er nicht, so der 61-Jährige, „aber ein paar Schnäpse“. Wie viel er getrunken habe, könne er nicht immer so genau schätzen, sagte der Angeklagte. „Es müssen ein paar Schnäpse mehr gewesen sein“, so der Staatsanwalt und mahnte, dass der Angeklagte derzeit noch eine Strafe wegen Trunkenheit im Verkehr abzahle.

Im Bundeszentralregister gebe es insgesamt fünf Einträge: am 9. November 2012, am 1. Oktober 2013, am 12. August 2014, am 10. August 2016 und am 7. August 2019 wurde der 61-Jährige jeweils wegen Trunkenheit im Verkehr zu Geldstrafen verurteilt. Das werde teuer, so der Staatsanwalt hinsichtlich der Strafe. Zudem, mahnte er, könne irgendwann etwas Schlimmeres passieren, beispielsweise ein Unfall. „Das kann es nicht, ich fahre immer auf dem Radweg“, entgegnete der Angeklagte. Der Staatsanwalt wollte wissen, ob der 61-Jährige gedacht habe, er könne noch fahren. „Das ist ein Risiko“, so der 61-Jährige. Er trinke nicht regelmäßig, „bloß, wenn es sich ergibt“. „Das kann einmal oder fünfmal die Woche sein“, entgegnete daraufhin der Staatsanwalt. „Nee, nee“, gab der Angeklagte an. Er sei kein Alkoholiker. Die Verurteilungen „sagen etwas anderes“, es müsse immer ein Blutalkoholwert von mindestens ein Promille sein, sonst kommt es nicht zu einer Strafe, erklärte der Staatsanwalt.

Er plädierte für eine Geldstrafe von 1120 Euro (80 Tagessätze á 14 Euro), wozu ihn die Richterin auch verurteilte.

Kirsten Döring-Jeske mahnte den Angeklagten, auf das Fahrrad zu verzichten, wenn er Alkohol konsumiere. „Lassen Sie das Fahrrad in Zukunft stehen.“

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