FLUGPLATZFEST

Gardelegener Fliegerklub lädt zu Rundflügen in tollen Maschinen ein

Joleen-Alwina, Papa René und Jason Nowak sahen sich die Hummel (Cmelák Z-37) aus der Nähe an.
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Joleen-Alwina, Papa René und Jason Nowak sahen sich die Hummel (Cmelák Z-37) aus der Nähe an.

Gardelegen – Morgens in Gardelegen losgeflogen, kann man nur eine Stunde später die Füße in die Ostsee halten. Das Hobby Fliegen ist etwas Besonderes. Das erlebten am Wochenende auch wieder hunderte Besucher beim Flugplatzfest.

Roland Koch hat zu DDR-Zeiten die Ausbildung „Streu- und Sprüh-Berechtigung“ gemacht.

In der Beech C23 Sundowner 180 können vier Passagiere auf Reisen gehen.

Er flog einst Einsätze mit der Cmelák Z-37 – Hummel wird das gelbe Agrarflugzeug auch genannt. Außer Krach zu machen, konnte man damit Wald kalken, Düngemittel streuen, Pflanzenschutzmittel sprühen und, dank 600 Liter-Tank, Wasser über Waldbränden abwerfen. In Gardelegen wurden einst Technik und Taktik für die Waldbrandbekämpfung mit Agrar- und Flächenflugzeugen erprobt. Das war zu Beginn der 80er Jahre. Jakob und Roland Koch waren beteiligt, sie übernahmen unter anderem die Waldbrandüberwachung über der Colbitz-Letzlinger Heide.

Maria Nielsen (l.) und Emmi Wießel machten es sich auf einer Antonow gemütlich.

Heute wird die Hummel nicht mehr in Einsätzen geflogen. Zwei gehören dem Fliegerklub Gardelegen, wobei nur eine betrieben wird. Mit dieser stieg Roland Koch am Sonnabend und Sonntag wieder in den Himmel empor, mit flugbegeisterten Passagieren wie beispielsweise Werner Hummelt. Der 71-jährige Zienauer war schon oft beim Flugplatzfest und flog mit verschiedenen Flugzeugen mit, darunter einer Cessna und einem Tragschrauber.

Pilot Thomas Gladow nahm Ronald Gaeth in einem Segelflieger mit.

So wie er, ließen sich noch viele andere Besucher zu Rundflügen über der Altmark mitnehmen. Und natürlich konnten sie mit den Vereinsmitgliedern und Piloten ins Gespräch kommen. Vielleicht hat sich sogar manch einer für eine Ausbildung entschieden. Der Gardelegener Fliegerklub hat zwei Fluglehrer. Segelfliegen kann man bereits ab 14 Jahren lernen, ab 17 lässt sich die Lizenz erwerben, auch für Motorflugzeuge.

Das Fliegen ist ein besonderes Hobby, es erfordert Geduld, Vorbereitung, Konzentration – es ist „charakterformend“ beschreibt es der Vereinsvorsitzende Tim Koesling. Dafür kann man in kürzester Zeit an wundervolle Orte fliegen und die Welt aus einer anderen Perspektive sehen. Ganz billig ist die Ausbildung nicht. Ein Motorflugschein kostet zwischen 8000 und 10 000 Euro. In den nächsten eineinhalb Jahren möchte der Fliegerklub ein Ultraleichtflugzeug erwerben und Ausbildungen in diesen Maschinen anbieten.

Sie sind gewichtsbegrenzt, verbrauchen weniger Sprit und haben eine vereinfachte technische Handhabung. Dadurch kostet die Ausbildung nur etwa halb so viel wie die für das Motorflugzeug und ist derzeit „voll im Trend“, so Koesling.

VON HANNA KOERDT

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