Mit Maske zum Führerschein: Gardelegener Fahrschullehrer erzählt von seinen Erfahrungen 

Autofahrenlernen in Zeiten von der Corona-Pandemie 

Hans-Werner Schlieker steht vor seinem Fahrschulauto.
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Hans-Werner Schlieker macht seinen Beruf als Fahrschullehrer jeden Tag sehr gerne.

Die beiden Lockdowns haben auch die Fahrschulen getroffen. Seit Kurzem dürfen die Fahrschulen unter bestimmten Bedingungen wieder öffnen.

Gardelegen – Die medizinische Maske und auch das Desinfektionsmittel gehören eigentlich nicht zu der typischen Ausstattung von Fahrschullehrer Hans-Werner Schlieker, der seit über 30 Jahren Fahrschullehrer ist und in Gardelegen die „Family Fahrschule mit Herz“ besitzt.

Geleistete Stunden gehen nicht verloren

„Wir haben zwei Lockdowns bisher mitgemacht, wo wir gar nichts machen konnten“, erzählt der 66-Jährige. Für die Fahrschüler hieß das erst einmal Pause für ihre Stunden. Aber durch eine Fristenverlängerung der Behörden – beim ersten Lockdown auf sechs Monate und beim zweiten bis zum 31. Dezember –, gehen die geleisteten Stunden nicht verloren und die Fahrschüler können den Führerschein ohne Sorge weitermachen.

Dennoch muss aktuell auch hier einiges beachtet werden: „Für die Praxisstunden heißt das, dass der Schüler und ich eine Maske tragen müssen. Nach jeder Stunde desinfiziere ich das Fahrzeug. Außerdem dürfen maximal zwei Personen im Auto sitzen, außer bei der Fahrprüfung“, erklärt Hans-Werner Schlieker. In den Theoriestunden achtet der Fahrschullehrer auf genügend Abstand und eine ausreichende Lüftung. Auch ist die Klasse auf zehn Schüler, die alle eine Maske tragen müssen, reduziert.

„Frauen fahren anders“

Das fand auch beim Aufbauseminar für den Führerschein auf Probe Anwendung. Hier sind zehn junge Frauen und Männer im Alter von etwa 20 Jahren in der Fahrschule erschienen. „Anfangs sind alle immer ein bisschen zurückhaltend, aber am Ende sagen sie alle, dass es überraschend angenehm war“, erzählt der 66-jährige Gardelegener. Es ist ein verordneter Kurs, der Voraussetzung dafür ist, den Führerschein behalten zu dürfen. Dabei sind die Verstöße, die die Fahranfänger in ihrer Probezeit begangen haben, alle ganz unterschiedlich: Geschwindigkeit, Unfall oder auch der Abstand. „Was aber auffällig ist, dass Frauen in der Minderzahl sind. Sie fahren einfach anders“, sagt der erfahrene Fahrschullehrer. Um die begehrte Bescheinigung zu erhalten, müssen die jungen Fahranfänger zu allen vier theoretischen Sitzungen sowie der einen praktischen Fahrstunde pünktlich erscheinen. Der Kurs musste wegen des Lockdowns verschoben werden, aber damit den Teilnehmern dadurch keine Nachteile entstehen, gab es eine behördliche Anordnung. Durch diese wurde die Frist, den Kurs zu belegen, auf Juni verlängert.

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