Neun Interessenten gehen um Nachwuchslehrer-Stipendium der Stadt ins Rennen

Gardelegen: Weniger Bewerber wollen „Gardelehrer“ werden

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Drei Stipendien konnten bereits vergeben werden.

Magdeburg/Gardelegen –- Die Suche nach potenziellen Nachwuchslehrern für Gardelegen ist im zweiten Jahr auf geringere Resonanz gestoßen. Neun junge Sachsen-Anhalter wollen das Nachwuchslehrer-Stipendium der Stadt in der Altmark bekommen.

Bei der Premiere des Programms „Gardelehrer“ vor einem Jahr waren es noch 28 Interessenten gewesen. „Damit haben wir gerechnet, weil das Medienecho auch größer war, als es das Stipendium zum ersten Mal gab“, sagte Bürgermeisterin Mandy Schumacher (SPD).

Sachsen-Anhalt muss einem Gutachten zufolge bis 2030 jedes Jahr mehr als 700 Lehrerinnen und Lehrer neu einstellen. Dabei haben gerade kleinere Orte oft größere Probleme, neues Personal zu bekommen als die Großstädte und ihr direktes Umland. Gardelegen braucht genügend Personal für aktuell sieben Grundschulen, zwei Sekundarschulen und ein Gymnasium. Um in den Wettbewerb aktiv einzugreifen, rief die Stadt besagtes Stipendienprogramm ins Leben.

Der Deal: Die unterstützten Studierenden bekommen bis zum Ende ihrer Ausbildung jeden Monat 300 Euro. Im Gegenzug verpflichten sie sich, sich für eine Lehrerstelle in Gardelegen zu bewerben. Wenn sie diese bekommen, müssen die Stipendiaten so viele Jahre dort bleiben, wie sie die finanzielle Unterstützung erhalten haben. Dabei geht Gardelegen ein gewisses Risiko ein. Denn: Wer welche Stelle bekommt, entscheidet am Ende das Schulamt.

Derzeit unterstützt Gardelegen bereits drei Nachwuchslehrer. „Das läuft, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Schumacher. Die jetzigen Stipendiaten unterstützten die Stadt auch schon vor einem möglichen Dienst im Klassenzimmer. „Sie kommen auch mit zu Messen und Veranstaltungen und werben für uns.“ Der erste Stipendiat wechsle kommendes Jahr in sein Referendariat, die anderen beiden studieren noch etwas länger.

Wer als neuer Stipendiat oder neue Stipendiatin dazu kommt, will die Stadt am 22. Oktober entscheiden. Die meisten Bewerber studierten Grundschullehramt, so Schumacher. Den größten Bedarf habe die Stadt derzeit allerdings bei Sekundarschullehrern. Bei der Entscheidung, wer unterstützt wird, will die Stadt auch darauf schauen, wo der künftige Bedarf am größten sei.

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) unterstützte die Idee von Anfang an und warb dafür, dass sich auch andere Kommunen Gedanken über zusätzliche Anreize machen.    dpa

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