„Wir sind wieder die Bösen...“

Gardelegen: Unverständnis bei Gastronomen über erneute Corona-Schließung

Mit leeren Stühlen auf dem Gardelegener Rathausplatz protestierten Gardelegener Gastronomen am 24. April gegen die damals verordneten Schließungen. Ab Montag sind die Betriebe wieder zwangsgeschlossen.
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Mit leeren Stühlen auf dem Gardelegener Rathausplatz protestierten Gardelegener Gastronomen am 24. April gegen die damals verordneten Schließungen. Ab Montag sind die Betriebe wieder zwangsgeschlossen.

Gardelegen – Ab Montag gibt es für die Gaststätten auch im Gardelegener Stadtgebiet wieder einen Lockdown. Soll heißen: Für den Monat November müssen sie schließen. Das stößt – kaum überraschend – bei den Betroffenen auf wenig Gegenliebe.

Wie bei Doreen Gahrns vom Fisherhof Gahrns am Gardelegener Rottweg. Sie habe die am Mittwoch in Berlin getroffene Entscheidung der Politik, die Gastronomie wie schon im Frühjahr dicht zu machen, zwar „irgendwie erwartet“, sagt sie. Dennoch versteht sie die erneute Entscheidung nicht. „In den Gaststätten werden die Abstandsregelungen eingehalten, Gäste müssen sich registrieren – und dennoch sind wir wieder die Bösen.“ Nun müssten vorbestellte Besuche wieder abgesagt werden. „Wir haben in der Corona-Pandemie mehrere tausend Euro für Hygiene- und Desinfektionsmittel ausgegeben“, rechnet sie vor. Und trotzdem „fühlt man sich irgendwie bestraft.“ In Supermärkten würden die Abstandsregeln auch nicht immer eingehalten, „aber diese Branche wird nicht dicht gemacht.“ Sie habe schon die ersten Anrufe erhalten, ob der Fischerhof überhaupt wieder öffne. Ihre Antwort: „Ja, das werden wir ganz sicher.“ Man werde auch diese heikle Phase überstehen. „Aber gerecht finde ich die Schließungen nicht.“

Ähnlich sieht es Robert Klöpper vom Gardelegener Schützenhaus. Das regionale Gefälle bei den Corona-Erkrankungen sei unterschiedlich, die Altmark weiterhin kaum betroffen. „Und dennoch behandelt man alle Regionen gleich“, hat er für den Gastronomie-Lockdown kein Verständnis. Wenn es in den Hotspots, also den Landkreisen mit hohen Fallzahlen, zu Konsequenzen und somit zu Schließungen kommen würde, dann wäre das aus seiner Sicht noch nachvollziehbar. Aber so würde man alle über einen Kamm scheren. Und auch im Gardelegener Schützenhaus müsse man nun diverse Voranmeldungen stornieren.

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