Sven Rasch: „Dann würden wir zur Bezahlfeuerwehr“

Mehrheit gegen mehr Einsatzgeld für Feuerwehrleute aus dem Gardelegener Stadtgebiet

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Zehn Euro erhalten die aktiven Feuerwehrleute pro Einsatz. Denkbar wäre eine Erhöhung auf bis zu 15 Euro.

Gardelegen – Die große Mehrheit der aktiven Feuerwehrleute aus dem Gardelegener Stadtgebiet ist gegen eine Erhöhung des Einsatzgeldes. Das ist das Ergebnis einer – nicht bindenden – Abstimmung am Dienstagabend im Versammlungsraum des Gardelegener Feuerwehr-Gerätehauses.

Dort fand eine Wehrleiterdienstberatung statt. Mit 21:3 Stimmen – es gab auch mehrere Enthaltungen – votierten die anwesenden Wehrleiter bzw. deren Stellvertreter für die Beibehaltung der Summe von zehn Euro pro Einsatz. Nach einem aktuellen Erlass von Landes-Innenminister Holger Stahlknecht wäre eine Erhöhung auf bis zu 15 Euro möglich. Deshalb holten Stadtwehrleiter Sven Rasch und Bürgermeisterin Mandy Schumacher die Meinung der Feuerwehrbasis ein.

Mit 21:3 Stimmen votierten die Vertreter der Ortsfeuerwehren aus dem Gardelegener Stadtgebiet gegen eine mögliche Erhöhung des Einsatzgeldes.

Wobei Sven Rasch ebenfalls gegen eine Erhöhung ist. Das hatte er in einem Schreiben im Vorfeld der Zusammenkunft erklärt. Man müsse aufpassen, dass „das Ansehen in der Bevölkerung“ nicht sinke. Und: „Irgendwann wären wir dann eine Bezahlfeuerwehr“, erinnerte er an die ehrenamtliche und freiwillige Arbeit als Feuerwehrmitglied. Mirko Breitkreuz, Gardelegens stellvertretender Wehrleiter, bekannte zwar: „Ich würde sogar zehn Euro mitbringen, um bei Einsätzen anderen Menschen zu helfen.“ Er regte aber trotzdem eine Staffelung an: Nächtliche Einsätze sollten mit 15 Euro höher honoriert werden als Einsätze während des Tages. Ein Vorschlag, der jedoch nicht weiter verfolgt wurde.

„Ich war bei der Einführung gegen das Einsatzgeld und bin es eigentlich immer noch“, äußerte sich Miestes Wehrleiter Wolfgang Witte. Zumal die Stadt den Feuerwehrleuten das Eintrittsgeld für die Freibäder erlässt.

Mandy Schumacher verwies darauf, dass die Idee einer Einsatzgeld-Erhöhung vom Land komme, die Kommunen das aber bezahlen müssten. Die Stadt könne sich eine eventuelle Erhöhung leisten, „das sind ja keine Millionenbeträge“. Deshalb sei es „eine Grundsatzfrage“, ob man mehr als die bisherigen zehn Euro zahle. Am Ende stimmte die große Mehrheit gegen eine Aufstockung. Und somit wird die Stadt selbst keinen diesbezüglichen Antrag in den Stadtrat einbringen, der letztlich entscheiden müsste. Wie Mandy Schumacher erklärt, werde sie das Abstimmungsergebnis vom Dienstagabend demnächst dem städtischen Bau- und Ordnungsausschuss vortragen.

Das ausgezahlte Einsatzgeld landet nicht überall auf den Privatkonten der Aktiven. In Dannefeld und Miesterhorst wird das Geld automatisch auf die Konten der dortigen Feuerwehr-Fördervereine überwiesen.

VON STEFAN SCHMIDT

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