„Tropfen auf den heißen Stein“ / Keine Probleme mit Versorgung

Gardelegen: Mehr Wassernutzung wegen Trockenheit 

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Wasserverbands-Geschäftführerin Katja Rötz dankte Kai-Michael Neubüser, der Vorsitzender der Verbandsversammlung ist. Am Montag war die letzte Sitzung der fünfjährigen Legislaturperiode. Die Mitglieder werden wieder neu gewählt.

Gardelegen – Wetterdienste sagen wieder einen heißen und womöglich trockenen Sommer voraus. So wie im vergangenen Jahr. Es gab wenig Niederschlag, Wasser wurde also mehr benötigt.

Das zeigt auch die Förderstatistik über die Grundwasserentnahme des Gardelegener Wasserverbandes.

Der technische Leiter Karsten Scholz stellte die Daten am Montagabend bei der Verbandsversammlung vor. 2018 wurden in den Wasserwerken Gardelegen, Solpke und Wiepke insgesamt 1 861 366 Kubikmeter je Ar Wasser gefördert, was einer Auslastung von 81 Prozent entspricht. Damit „gab es eine Steigerung in allen Bereichen“ im Vergleich zum Vorjahr, erläuterte Karsten Scholz.

Die Wasserrechte wurden zwar nicht überschritten, denn entnommen werden könnten laut Wasserrecht 2 299 500 Kubikmeter je Ar. Aber in Wiepke gab es eine Auslastung von 96 Prozent, in Solpke sogar von 99 Prozent. Die hohen Werte habe es allerdings schon in den Vorjahren gegeben. Karsten Scholz erklärte, dass diese Werke wegen einer kostengünstigeren Aufbereitung eher ausgelastet werden. Das Wasserwerk in Gardelegen sei auf „Reserve ausgelegt“.

Dort gab es 2017 eine Auslastung von 62 Prozent. In den beiden anderen Wasserwerken waren die Werte im Vergleich zu 2018 etwas geringer. In Wiepke lag damals die Auslastung bei 90 Prozent, in Solpke bei 94 Prozent. Insgesamt wurden 2017 in allen drei Werken 1 681 018 Kubikmeter je Ar Grundwasser entnommen, das entspricht einer Auslastung von 73 Prozent. Damit stieg der Wert für 2018 um acht Prozent.

Das lag laut Karsten Scholz vor allem an der Witterungslage. Auch wenn es in diesem Jahr wieder sehr heiß und trocken werden sollte, sieht der technische Leiter keine Probleme mit der Wasserversorgung.

Es kann zwar aufgrund der geringen Niederschläge von 2017 und 2018 keine Prognose auf die aktuelle Grundwasserentwicklung gemacht werden, aber die „Grundwasserförderung erfolgt im Einklang mit dem regionalen Grundwasserhaushalt und der Grundwasserneubildung“, so Karsten Scholz in seinem Fazit. Auch wenn die bisherigen Niederschläge laut ihm „ein Tropfen auf dem heißen Stein“ sind.

Wie sich Regen oder Schnee und die Wasserentnahmen auf die Grundwasserstände auswirken, zeigte der technische Leiter mit Grafiken für die Anstrom- und Abstrommessstellen. Anhand der Werte der Grundwasserstände an den Messstellen zeigte sich, in welchen Monaten es besonders viel Niederschlag oder wenig gab. Wie im Sommer 2018. Dort fallen die Kurven, es regnete nicht viel, gleichzeitig wurde deswegen mehr Wasser benötigt. Das wird wiederrum an den Wasserfassungen, also den einzelnen Brunnenstandorten deutlich. Die Jahresfördermenge stieg 2018 an.

Wegen der höheren Entnahme sowie Förderung kam es aber auch zu Wasserverlusten. Es gab mehr Rohrbrüche, weil das Netz stärker belastet wurde, erklärte Karsten Scholz. Der Wasserverlust lag 2018 bei 16,1 Prozent, 2017 waren es 12,5 Prozent.

VON INA TSCHAKYROW

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