Weiter vor der Haustüre kehren?

Gardelegen: An den Bundesstraßen 71 und 188 könnte eine Firma die Gossen reinigen

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An Bundesstraßen wie hier in Kloster Neuendorf müssen die Anlieger die Gosse reinigen. Wenn gewollt, könnte dies künftig auch eine Firma übernehmen.

Gardelegen – Wer an einer Bundesstraße wohnt, der muss laut Satzung der Stadt die Gosse reinigen. Was mitunter nicht ganz ungefährlich ist.

Denn vor allem die Bundesstraße 71, aber auch die Bundesstraße 188 werden von vielen Lastwagen befahren, so dass eine Reinigung quasi „im laufenden Verkehr“ durchaus Gefahren mit sich bringen kann.

Deshalb haben die Ortschaftsräte jener Dörfer, die direkt an den beiden Bundesstraßen liegen, Post aus dem Gardelegener Rathaus erhalten. Das bestätigt Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher auf Anfrage der Altmark-Zeitung. Es gehe darum abzuklären, ob in einigen Orten eine Firma die Straßenreinigung übernehmen könne – gegen Bezahlung durch die Anlieger.

Die Kehrmaschine fährt in Gardelegen einige Straßenzüge ab. Dort könnte es Änderungen geben.

„Wir wollen generell unsere derzeit bestehende Straßenreinigungssatzung überarbeiten“, sagt Mandy Schumacher. Dazu gehöre auch, genau diese Frage zu klären. Wobei es dann innerhalb des jeweiligen Ortes eine einheitliche Regelung geben soll. Also: Entweder kehrt jeder vor seiner eigenen Haustür wie bisher oder eine Firma übernimmt diese Aufgabe. Zu zahlen wären laut derzeit gültiger Satzung bei einer Vergabe an eine Firma monatlich 2,40 Euro pro Meter bei wöchentlicher Reinigung, 1,20 Euro pro Meter bei einer Reinigung alle zwei Wochen und 0,55 Euro pro Meter bei einer monatlichen Reinigung.

Ein weiteres Argument für die Übertragung an eine Firma wäre, dass nicht jeder Anlieger noch in der Lage ist, selbst das Kehrblech in die Hand zu nehmen, weil er oder sie mitunter schon in einem betagten Lebensalter ist.

Auch die Mitglieder des Ortschaftsrates von Kloster Neuendorf diskutierten am Montagabend bei ihrer Zusammenkunft im Gemeindehaus über dieses Thema. Ortsbürgermeister Andreas Höppner trug das Schreiben aus der Stadtverwaltung vor und machte den Vorschlag, die betroffenen Anlieger – durch Kloster Neuendorf führt die Bundesstraße 188 – per Hauswurfsendung zu befragen. „Denn wir möchten keine Entscheidung treffen“, so Andreas Höppner, „ohne dass wir diejenigen, die dann zahlen müssten mit einbeziehen.“

Auch für den Ortsteil Gardelegen soll die Straßenreinigungssatzung überarbeitet werden. Dort fährt in einigen Straßenzügen die Kehrmaschine. Ob dies überall wirklich nötig ist und ob weitere Straßen dazukommen sollten, das soll in den kommenden Monaten abgeklärt werden.

VON STEFAN SCHMIDT

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