Stadt bekämpft Eichenprozessionsspinner

Gardelegen: Nematoden gegen die Raupen

Die Eichenprozessionsspinner leben an Bäumen.
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Dieses Jahr werden die Raupen mit einer neuen Methode bekämpft.

Die Stadt Gardelegen bekämpft das sechste Jahr in Folge die Raupen des Eichenprozessionsspinners. In diesem Jahr wird eine neue Methode ausprobiert.

Gardelegen – Bereits das sechste Jahr in Folge bereitet die Hansestadt Gardelegen die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners vor, informiert Florian Kauer, Fachdienstleister im Fachbereich Sicherheit und Ordnung.

Dazu hat kürzlich das Ausschreibungsverfahren begonnen. Vom Land Sachsen-Anhalt sind derzeit rund 120 000 Euro Fördermittel in Aussicht gestellt. Dazu kommen rund 27 500 Euro, die die Hansestadt Gardelegen an Eigenmitteln für die Bekämpfung aufbringt.

In der ersten Phase, die im Mai beginnen wird, werden rund 7500 kommunale Eichen chemisch bekämpft. Auch Privatbesitzer können sich wieder melden, wenn sie die chemische Bekämpfung ihrer Bäume wünschen.

Wirksamkeit bei optimalen Bedingungen bei 80 Prozent

Eingesetzt wird dabei der biologisch abbaubare Bacillus Thuringiensis, den die Raupen mit den Eichenblättern fressen und danach verhungern. Die Wirksamkeit liegt bei optimalen Bedingungen bei maximal 80 Prozent. „Wir haben mit der chemischen Bekämpfung in den vergangenen zwei Jahren gute Erfahrungen gemacht. In einigen Bereichen mussten wir mechanisch gar nicht nachbehandeln, in anderen Bereichen war der Befall nicht so stark“, erklärt Florian Kauer.

Neuland betritt die Hansestadt Gardelegen bei der biologischen Bekämpfung mit Nematoden. Dabei handelt es sich um wirbellose Fadenwürmer, die kleiner als ein Millimeter sind. Die Eichen werden ähnlich wie beim chemischen Verfahren mit diesen Nützlingen besprüht. Die Nematoden dringen in die Eichenprozessionsspinnerraupen ein und setzen ihr mitgeführtes Bakterium frei. Dieses vermehrt sich und tötet die Raupen innerhalb von zehn Tagen. Bei guten Bedingungen und wiederholter Anwendung liegt der Wirkungsgrad bei 80 Prozent. Die Bäume müssen dabei zwei Mal in den Nachtstunden behandelt werden. „Wir werden das an 300 Bäumen an der Buschstraße in Miesterhorst ausprobieren“, informiert Florian Kauer.

Nematoden wirken in allen Larvenstadien

Großer Vorteil dieser Variante der Bekämpfung ist es, dass die Nematoden in allen Larvenstadien wirken. Sie kann auch in Gewässernähe, beispielsweise an Rad- und Wanderwegen im Drömling, angewendet werden, da es sich um ein biologisches Verfahren handelt.

Im Juli 2021 ist in dringenden Fällen auch die aufwendige mechanische Bekämpfung durch Absaugen von Eichen geplant. Bis zu 1400 kommunale Eichen könnten bei Bedarf abgesaugt werden, teilt der Fachdienstleiter mit.

Kein Erfolg mit Heißschaum

Die biologische Bekämpfung mit Heißschaum wird in diesem Jahr nicht wiederholt. „Wir haben dies 2020 am Radweg in Miesterhorst in Richtung Bahnhof ausprobiert, aber es war für uns im ersten Versuch kostenintensiv im Hinblick darauf, dass die Ergebnisse nicht so waren, wie wir erhofft hatten“, so Florian Kauer.

Wer jetzt schon weiß, dass er seine Bäume behandeln lassen möchte, kann eine Mail an ordnungsamt@gardelegen.de mit seinen Kontaktdaten und der Anzahl der Bäume senden. Private Baumeigentümer, die im vergangenen Jahr bekämpfen ließen, müssen sich auch neu anmelden.

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